Verwirrung um zwei entführte "Österreicher"

In Burkina Faso

Verwirrung um zwei entführte "Österreicher"

Ob es einen Zusammenhang mit den Angriffen in Ouagadougou gibt, ist unklar.

Zwei Österreicher sind im Norden von Burkina Faso nahe der Grenze zu Mali entführt worden, hieß am Samstag aus dem Sicherheitsministerium des westafrikanischen Landes. Demnach handelt es sich um einen Arzt und seine Frau. Das Außenministerium in Wien konnte die Angaben zunächst nicht bestätigen. "Wir versuchen, dem Ganzen so schnell wie möglich nachzugehen", sagte Sprecher Thomas Schnöll.

Inzwischen mehren sich Meldungen, dass es sich bei den entführten Personen nicht um Österreicher, sondern um Australier handelt. Die Wörter für Österreicher und Australier auf Englisch (Austrian - Australian) aber auch auf Französische (Autrichien - Australien) klingen ähnlich, so dass es deswegen schon bei früheren Entführungsfällen zu einer Verwechslung gekommen ist. Laut der Agentur dpa berichteten lokale Medien auch, das Paar betreibe seit langem eine Klinik in der Region, was auf ein örtlich bekanntes australisches Paar hindeutete.

In der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou läuft seit Freitagabend ein Anti-Terror-Einsatz, nachdem zwei Hotels und ein Cafe von einem Al-Kaida-Ableger angegriffen worden waren. Davon sollen laut Außenamt keine Österreicher direkt betroffen sein. Ob ein Zusammenhang mit den Entführungen besteht, war zunächst unklar.

Hotel nicht verlassen
Ein Salzburger aus Neumarkt am Wallersee, der für die Hilfsorganisation "Licht für die Welt" eine Augenklinik im Land aufgebaut hat und sich derzeit in Ouagadougou in einem nicht betroffenen Hotel aufhält, sagte den "Salzburger Nachrichten" (online): "Wir dürfen das Hotel nicht verlassen." Er verfolge die Ereignisse im Fernsehen mit; er wolle am Montag nach Wien zurückfliegen. Laut Außenministerium halten sich derzeit rund 20 Österreicher in Ouagadougou auf.

Die beiden Österreicher wurden laut dem burkinischen Sicherheitsministerium im Norden nahe an der Grenze zu Mali entführt, in der Region Baraboule. Burkina Faso galt bisher als relativ sicheres Land. In Mali dagegen sind vor allem im nördlichen Sahara-Gebiet radikale Islamisten aktiv. In Mali ist Österreich an der EU-Trainingsmission (EUTM) mit sieben Bundesheer-Soldaten beteiligt. Burkina Faso ist ein Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Die Austrian Development Agency (ADA) unterhält ein Büro in Ouagadougou.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten