In immer mehr Kirchen in Italien wird eingebrochen. Wegen einer Diebstahlserie ist der Dom der Stadt Carrara in der Toskana für Gläubige vorübergehend geschlossen worden.
Diese Entscheidung traf der Dompfarrer Piero Albanesi nach dem mittlerweile fünften Einbruch innerhalb von vier Monaten.
Am Dreikönigstag drangen zwei Täter in den Dom ein, versuchten zunächst, ein Möbelstück hinter dem Hochaltar aufzubrechen, und konzentrierten sich anschließend auf den Tabernakel. Mit einem großen Schraubenzieher hebelten sie die gepanzerte Tür auf und entwendeten zwei Behälter für Hostien. Danach fokussierten sich die Täter auf den Opferstock vor dem Altar.
Dompfarrer beklagt Entwendung der Hostien
Der Dompfarrer erklärte, dass es sich zwar bereits um den fünften Einbruch in kurzer Zeit handle, jedoch erstmals der Tabernakel aufgebrochen und sein Inhalt gestohlen worden sei. Über den materiellen Schaden hinaus wiege besonders schwer, dass auch die Hostien entwendet wurden. Als erste Maßnahme habe er den Bischof informiert und anschließend die Polizei verständigt. Dank der Videoüberwachung seien die Ermittler bereits dabei, die Täter zu identifizieren.
Trotz vorhandener Alarmanlagen und Kameras sah sich der Pfarrer gezwungen, den Dom vorübergehend zu schließen. Dies geschehe, "um die Geschichte und das geistige Erbe der Kirche zu schützen" und um zu verhindern, dass sich das Gefühl der Unsicherheit weiter ausbreite und besonders schwächere Menschen belaste, betonte der Pfarrer laut italienischen Medien. Die Türen der Kirche seien stets für alle offen gewesen, doch nach der Schändung des Tabernakels sei dieser Schritt notwendig, bis die Schäden behoben seien und um die Gemeinde zu einem stärkeren Bewusstsein ihrer Zugehörigkeit aufzurufen.
Der Dom bleibt bis Samstag um 17 Uhr geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Buß- und Gebetsgottesdienst mit dem Bischof vorgesehen, teilte der Dompfarrer mit.