Die Ermittlungen rund um die Brandkatastrophe in Crans-Montana laufen auf Hochtouren. Nun sorgt ein bestimmtes Video für Empörung.
Laut mehreren Medienberichten ist in diesem Video zu sehen, dass die Mitbetreiberin Jessica Moretti während des Feuers mit den Einnahmen des Abends aus dem Lokal flieht. Sie hatte die Kasse unter ihrem verbrannten Arm. Die Aufnahme soll bislang nur den Ermittlern vorliegen.
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Die Aufnahme sorgt für viel Aufregung, vor allem bei den Angehörigen. Der Bürgermeister Nicolas Féraud betont: "Man verlässt das Schiff nicht, wenn das Meer tobt." Doch gegen ihn wird die Kritik lauter. Er gab zu, dass das Lokal seit 2020 nicht mehr kontrolliert wurde. Am Dienstag hatte die Gemeinde Crans-Montana eingeräumt, dass es seit 2019 keine Brandschutzkontrollen in der Bar gegeben hatte.
"Vollständige Zusammenarbeit" angekündigt
Am Freitag wollen die Schweizer Ermittler erstmals die französischen Betreiber vernehmen. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Ermittlerkreisen erfuhr, sollen der Mann und seine Ehefrau, gegen die wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt wird, von der Staatsanwaltschaft in der nahe gelegenen Stadt Sitten befragt werden.
Das Ehepaar hatte sich am Dienstag in einer Erklärung zur "vollständigen Zusammenarbeit" mit den Ermittlungsbehörden bereit erklärt. "Wir werden in keiner Weise versuchen, uns diesen Dingen zu entziehen", erklärten die Morettis. Beide seien "am Boden zerstört und voller Trauer".
40 Todesopfer
Das Feuer war in der Silvesternacht in der Bar "Le Constellation" im Skiort Crans-Montana ausgebrochen, als dort zahlreiche junge Menschen ins neue Jahr feierten. 40 Menschen kamen ums Leben, darunter viele Jugendliche. Das jüngste Todesopfer war erst 14 Jahre alt. 116 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten schwere Verbrennungen.
Den Ermittlern zufolge wurde der Brand im Keller der Bar offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den Brandschutzvorschriften entsprach.