An walisischen Stränden wurden hunderte Jahre alte Schuhe angespült. Nun haben Forscher eine Vermutung, dass sie in Verbindung zu einem Schiffswrack aus dem 19. Jahrhundert stehen.
In Wales sorgt derzeit ein mysteriöser Fund für viel Aufregung. Bei Restaurierungsarbeiten an vier Stränden im Vale of Glamorgan wurden 437 Schuhpaare entdeckt. Die Schuhe waren tief im Sand und zwischen Felsen eingegraben. Laut Wissenschaftern sind diese hunderte Jahre alt.
- Unglück in Disney World: Felsbrocken rollt auf Besucher
- Mysteriöses Signal aus dem All: Wollen uns Aliens anfunken?
- Hier stockt einem der Atem - Mutter springt Kind im Meer hinterher
Seit September stellt das Umweltprojekt der Beach Academy die Gezeiten-Tümpel an den Küsten von Ogmore, Llantwit Major, Penarth und Whitmore Bay wieder her. Dabei wurden diese Schuhe entdeckt. Die meisten wurden in Ogmore gefunden, wo sich 293 Stück befanden, so "Wales Online". Die zweitmeisten lagen in Llantwit Major mit 134.
"Wenn es so viele sind, ist es ein bisschen seltsam"
Zuerst wurden die Schuhe als normaler Strandmüll abgestempelt. Aber schnell wurde klar, dass es sich hierbei um einen außergewöhnlichen Fund handelt. Gegenüber der "BBC" schildert Emma Lamport von der Beach Academy den Fund: "Es ist nicht ungewöhnlich, einen Schuh zu sehen, aber wenn es so viele sind, ist es ein bisschen seltsam."
Die lokale Autorin Lara Maiklem hat die Schuhe begutachtet. Sie ist sich sicher, dass diese "definitiv viktorianisch" sind. Einige der Schuhe sind sehr klein. Damit könnte der Fund Kinderschuhe umfassen. Maiklem hat eine andere Idee. Sie glaubt, beim Fund handle es sich um Damenschuhe, "da die Menschen damals viel kleinere Füße hatten."
Mehrere Theorien zur Herkunft
Laut Experten könnten die Schuhe vom Schiff "Frolic" stammen. "Frolic" sank im 19. Jahrhundert. Das Schiff zerschellte vor rund 150 Jahren am Tusker Rock. Mit an Bord waren die gefundenen Schuhe und andere italienische Waren. Der Fund könnte den Ogmore River hinauf gespült worden sein und tauchte immer wieder auf.
Dr. Michael Roberts von der School of Ocean Sciences der Bangor University erforscht aktuell Schiffswracks vor der walisischen Küste und erklärte die Theorie gegenüber der "BBC" als plausibel. Laut ihm könnten die Schiffswracks aus der viktorianischen Zeit ein Alter erreicht haben, dass sie zerfallen und auseinanderbrechen.
Es gibt auch eine weitere Theorie. Die Region Bridgend war für die Schuhherstellung berühmt, vor allem um 1960. Pro Woche wurden mehr als 50.000 Paar Schuhe produziert. Wenn ein Schuhmacher einen alten Stiefel nicht mehr reparieren konnte, wurden diese in den Fluss bei Portobello entsorgt. Ein Sprecher der Beach Academy erklärte gegenüber "Wales Online", dass sie von dort aus ins Meer gespült worden seien.