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Welt-Aids-Tag

Immer mehr HIV-Positive

Derzeit leben weltweit fast 40 Millionen Menschen mit dem Virus. In Österreich kommt es täglich zu ein bis zwei neuen Infektionen.

Die Immunschwächekrankheit Aids bleibt eine globale Gefahr. Auf die Bedrohung durch HIV weisen heute weltweit Weltgesundheitsorganisation WHO, das UN-Aids-Programm und zahlreiche Hilfsorganisationen aus Anlass des diesjährigen Welt-Aids-Tages hin. Die neuen Zahlen laut Welt-Aids-Bericht: 2006 leben weltweit 39,5 Millionen Menschen mit HIV. Davon sind 37,2 Millionen Erwachsene,17,7 Millionen Frauen und 2,3 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Gegenüber 2004 ist die Zahl der HIV-Infizierten um 2,6 Millionen angestiegen.

Mehr Neuinfektionen
Neu mit dem HI-Virus infiziert haben sich im Jahr 2006 weltweit 4,3 Millionen Personen. Im Vergleich zu dem Jahr 2004 hat sich die Zahl der Neuinfektionen damit um rund 400.000 erhöht. Insgesamt sterben in diesem Jahr 2,9 Millionen Betroffene an Aids, davon 2,6 Millionen Erwachsene. In Österreich gab es seit 1983 2.493 Aids-Erkrankungen. 1.429 Personen erlagen bis 2. November dieses Jahres der Immunschwächekrankheit. Täglich kommt es in der Alpenrepublik zu ein bis zwei neuen HIV-Infektionen. Bei der Aids Hilfe Wien geht man von 12.000 bis 15.000 HIV-Positiven in ganz Österreich aus.

Frauen und Jugendliche
Gesundheits- und Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V) - derzeit beim der EU-Gesundheitsministerrat in Brüssel - warnt: "Es zeigt sich, dass Aids zunehmend 'weiblich' geworden ist. War diese Krankheit früher primär eine Männerkrankheit, ist sie jetzt zunehmend in der Heterosexualität zu finden. Weltweit sind die Mehrheit der Neuinfizierten jetzt Frauen und Mädchen." Auch Jugendliche seien besonders von der Immunschwächekrankheit bedroht. Die Ministerin: "Im Afrika südlich der Sahara waren im Jahr 2003 63 Prozent der HIV-Infizierten zwischen 15 und 24 Jahre alt. In der Russischen Föderation und anderen Ländern Osteuropas und Zentralasiens sind mehr als 80 Prozent der HIV-Infizierten jünger als 30, dort allerdings die meisten von ihnen männlich."

Laut Rauch-Kallat sind andere Staaten - auch solche in Europa - im Vergleich zu Österreich in einer schlechteren Situation. Die Ministerin: "Zum Beispiel haben in Österreich seit 1995 insgesamt mehr als 70 HIV-infizierte Frauen Kinder geboren. Von diesen Frauen kam rund ein Viertel aus der Hochrisikoregion Afrika, mehr als drei Viertel der Frauen hatten sich auf heterosexuellem Weg infiziert. Von den 74 Schwangerschaften waren sechs Kinder HIV-positiv. Bei vier Frauen wurde die HIV-Infektion erst kurz vor der Geburt bekannt. In der Schweiz gibt es vergleichsweise rund 70 Geburten HIV-positiver Frauen pro Jahr, in Deutschland rund 200, bei denen jährlich zwischen 10 und 20 HIV-Infektionen bei Kindern und Neugeborenen diagnostiziert werden." Dies spricht für eine gute Versorgung der betroffenen Frauen in Österreich.



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