Bei dem US-israelischen Militärangriff gegen den Iran sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums drei Soldaten getötet worden.
Fünf weitere Soldaten seien "schwer verletzt" worden, teilte das US-Kommando für den Nahen Osten (Centcom) am Sonntag im Onlinedienst X mit. Ortsangaben oder Angaben zur Identität der getöteten Soldaten wurden nicht gemacht. Zuvor war bekannt geworden, dass der iranische Ex-Präsident Mahmoud Ahmadinejad bei einem Luftangriff in Teheran starb.
Die iranischen Revolutionsgarden griffen als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe auf den Iran nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger im Persischen Golf an. "Der US-Flugzeugträger 'USS Abraham Lincoln' wurde von vier ballistischen Raketen getroffen", teilten die Revolutionsgarden am Sonntag laut örtlichen Medien mit. "Land und Meer werden mehr und mehr zum Friedhof der terroristischen Aggressoren", warnten sie demnach.
Irans Ex-Präsident Ahmadinejad bei Luftangriff getötet
Ahmadinejad wurde bei einem Luftangriff in Teheran getötet. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Ilna befand sich der 69-Jährige iranische Ex-Präsident zum Zeitpunkt des Angriffs gemeinsam mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der Hauptstadt. Ahmadinejad führte den Iran von 2005 bis 2013. Zu Beginn galt er als Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner und Konservativen im Parlament.
Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs die Kritik an seinem Kurs. Seine harte Linie in der Atompolitik löste internationale Sanktionen aus, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise führten. Wegen seiner militärischen Drohungen gegen Israel sowie der Leugnung des Holocaust war der Iran international isoliert. Seine Unterstützer wandten sich immer mehr von ihm ab, selbst unter den Hardlinern war er am Ende seiner Amtszeit umstritten.
Ahmadinejad stützte sich während seiner Präsidentschaft massiv auf die Revolutionsgarden (IRGC). Im Gegenzug verschaffte er ihnen Gewinne bei Privatisierungen sowie Kontrolle über strategische Wirtschaftssektoren. Obwohl Ahmadinejad als Ziehsohn des jetzt getöteten Ayatollah Ali Khamenei galt, entwickelte er sich gegen Ende seiner Präsidentschaft und darüber hinaus zu einer unberechenbaren Opposition innerhalb des Systems.
Sein Versuch, die Befugnisse des gewählten Präsidenten gegenüber dem Klerus zu erweitern - insbesondere durch den offenen Konflikt um das Geheimdienstministerium 2011 - führte zum Bruch mit dem Obersten Führer. In den Folgejahren wurde er politisch marginalisiert; der Wächterrat schloss ihn 2017, 2021 und 2024 von den Präsidentschaftswahlen aus.
Acht Tote bei iranischen Raketenangriffen in Israel
Unterdessen wurden bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel am Sonntag mindestens acht Menschen getötet. Laut Polizei traf eine Rakete in der westlich von Jerusalem gelegenen Stadt Beit Shemesh ein Gebäude. Die Rettungskräfte erklärten, sie hätten zudem 28 Verletzte geborgen, unter ihnen zwei Schwerverletzte. Das Gebäude sei eingestürzt.
Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen massive Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Bei Angriffen in Teheran wurde der oberste iranische Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet. Als Reaktion griff der Iran Israel sowie US-Militäreinrichtungen in mehreren Staaten der Golfregion an. Neun Menschen wurden in Israel seitdem getötet. Am Sonntag dauerten die gegenseitigen Angriffe an.
Drei Tote in Emiraten - ein Toter in Kuwait
Durch die iranischen Gegenangriffe wurden in der Golfregion am Sonntag mehrere Menschen getötet. In den Vereinigten Arabischen Emiraten seien drei Menschen getötet worden, erklärte das Verteidigungsministerium der Emirate am Sonntag. Es handle sich um Staatsbürger aus Pakistan, Nepal und Bangladesch. 58 weitere Menschen seien verletzt worden.
Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten 165 ballistische Raketen entdeckt. 152 seien zerstört worden. 541 iranische Drohnen seien registriert worden, 506 von ihnen seien abgefangen und zerstört worden.
Auch aus Kuwait wurden Opfer durch iranische Angriffe gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes wurde ein Mensch getötet. 32 Menschen seien verletzt worden, alle seien Ausländer.
Öltanker vor Küste Omans angegriffen
Vor der Küste des Golfstaats Oman wurde indes zwei Schiffe angegriffen. Der Öltanker "Skylight" sei etwa neun Kilometer vor der omanischen Küste bei Musandam getroffen worden, meldete die Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf das omanische Zentrum für maritime Sicherheit. Dabei seien vier Personen verletzt worden. Die 20-köpfige Besatzung des Schiffs unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau sei evakuiert worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) meldete einen weiteren Vorfall etwa 90 Kilometer nordöstlich der omanischen Hauptstadt Maskat. Ein Schiff sei von einem unbekannten Geschoss angegriffen worden, hieß es. Ein Brand im Maschinenraum sei mittlerweile unter Kontrolle. Weitere Details waren auch hier zunächst nicht bekannt.
Die Vorfälle ereigneten sich nahe der Straße von Hormuz. Die iranische Nachrichtenagentur hatte am Samstag gemeldet, dass die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr der strategisch wichtigen Meerenge eingeschränkt haben. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen würden aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten, hieß es.