Türkische Medien machen die PKK für den Anschlag verantwortlich. Ziel des Sprengstoffanschlags war ein Vorauskommando eines Militärkonvois. Neun Soldaten starben.
Neuerliche Gewaltwelle in der Türkei: Bei dem blutigsten Anschlag gegen die türkische Armee in diesem Jahr sind im Südosten der Türkei neun Soldaten getötet worden. Türkische Militärkreise machten die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK für die Tat verantwortlich. Gleichzeitig scheiterte in Ankara ein Selbstmordanschlag auf den früheren Justizminister Hikmet Sami Türk nur knapp.
100 Kilo-Bombe
Der Sprengsatz ist gezündet worden, als das
Vorauskommando des Militärkonvois vorbeifuhr. Die 100 Kilogramm schwere
Bombe war am frühen Morgen gegen 06.00 Uhr Ortszeit (05.00 MESZ) neben einer
Straße zwischen Diyarbakir und Bingöl detoniert. In der Region waren in der
vergangenen Wochen mindestens zwei Sprengsätze ähnlicher Art entdeckt und
entschärft worden.
Die PKK wird auch in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für eine Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete von der Türkei. In dem Konflikt wurden nach Angaben der türkischen Armee bisher mindestens 35.000 Menschen getötet.
Attentäterinnen überwältigt
Eine linksgerichtete
Attentäterin ist von Personenschützern überwältigt worden, nachdem nur die
Zündkapsel ihres Sprengsatzes explodiert war. Eine zweite Attentäterin wurde
außerhalb des Gebäudes gefasst. Der Anschlag sei als Protest gegen die
Haftbedingungen in der Türkei bezeichnet worden.