Gaddafi-Sohn will "Krieg bis zum Ende"

Libyen

Gaddafi-Sohn will "Krieg bis zum Ende"

Laut Saif al-Islam kontrollieren Regierungstruppen 90 Prozent Libyens.

Der Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam, sieht die regierungstreuen Truppen des Landes kurz vor einem Sieg gegen die Aufständischen. "Jetzt sind wieder 90 Prozent des Landes unter unserer Kontrolle, bald ist alles zu Ende", sagte Saif al-Islam den italienischen Zeitungen "Corriere della Sera" und "Repubblica" vom Samstag.

Keine Verhandlungen mit Rebellen
Verhandlungen mit den Rebellen schloss er aus, der Krieg werde "bis zum Ende" geführt. Die Aufständischen bezeichnete der zweitälteste Sohn Gaddafis als Terroristen: "Diese Terroristen sprechen nicht von Demokratie, Wahlen, Werten - es sind ganz einfach Terroristen." Sie hätten "kaltblütig" Polizisten getötet und aus ihren Leichen deren Herzen gerissen.

Die Entscheidung des französischen Staatschefs Nicolas Sarkozy, den oppositionellen libyschen Nationalrat als rechtmäßigen Vertreter Libyens anzuerkennen, bezeichnete Saif al-Islam als "bizarr". "Haben Sie Wahlen gesehen? Oder ein Referendum?" Saif al-Islam galt lange Zeit als gemäßigter, dem Westen zugewandter Reformer. In den vergangenen Wochen stellte er sich aber in zahlreichen Interviews entschieden hinter seinen Vater und das Vorgehen der Sicherheitskräfte und drohte den Rebellen mit einem "Blutbad".

Amnestie-Angebot via Fernsehen
Im staatlichen libyschen Fernsehen wurde dagegen am späten Freitagabend ein Amnestieangebot an Rebellenkämpfer verlesen. Wer sich den Behörden stelle und seine Waffen abgebe, brauche nicht mit Strafen und Sanktionen zu rechnen, hieß es. Gaddafi hatte schon früher versucht, Stämme im Rebellengebiet mit Geldangeboten auf seine Seite zu ziehen.

Das Staatsfernehen zeigte außerdem Bilder aus der Stadt Al-Sawija, die die Regimetruppen nach tagelangen erbitterten Kämpfen eingenommen hatten. Dabei waren Gaddafi-Anhänger bei einer "Siegesfeier" zu sehen.

Kämpfe um Ras Lanuf
Gaddafi-Truppen haben unterdessen unter Einsatz von schweren Waffen und Kampfflugzeugen den Ölhafen Ras Lanuf unter ihre Kontrolle gebracht, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabija. Die Kämpfe um die strategisch wichtige Position am Mittelmeer waren tagelang mit wechselndem Erfolg geführt worden. Erst am Vortag hatten die Rebellen Ras Lanuf zum zweiten Mal erobert.

Arabische Liga für Flugverbote
Die Arabische Liga hat sich bei ihrem heutigen Sondertreffen zum Libyen-Konflikt laut Diplomaten für eine Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land ausgesprochen. Die Vertreter der arabischen Staaten seien zudem dafür, Kontakte zur libyschen Opposition aufzunehmen.

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