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Franzosen im Schock

"Knochen im Hals der Kreuzritter"

Al-Kaida sucht sich neue Verbündete, um den Terror wieder nach Europa zurückkehren zu lassen. Diesmal ist Frankreich im Visier.

In einer Videobotschaft zum fünften Jahrestag der 9/11 Anschläge hat die Nummer zwei der Al-Kaida, Ayman Al-Zawahiri, Frankreich als nächstes potenzielles Terrorziel genannt. Das ergab jetzt eine endgültige Auswertung des Videos. Der Ägypter Al -Zawahiri, auf dessen Kopf die USA 25 Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt haben, spricht dabei die algerische Islamistische Organisation "Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf " (GSPC) an und betont, dass diese sich wieder der Al-Kaida angeschlossen hätten.

"Seid ein Knochen, der den amerikanischen und französischen Kreuzrittern im Halse stecken bleibt", sagte Al-Zawahiri in seiner Ansprache. "Säht Angst in den Herzen der Verräter und unter den abtrünnigen Söhnen Frankreichs." Die 75 Minuten lange Botschaft des Ägypters von Anfang der Woche enthält Aufrufe an die Islamisten, Frankreich vor allem wegen des Kopftuchverbots und der von Paris gestützten Libanon-Politik des Westens zu treffen.

Drohende Gefahr
Bereits einige Tage vor dieser Vi-deobotschaft haben hochrangige französische Polizisten vor einer erhöhte Terrorgefahr für ihr Land gewarnt. Vor allem das Engagement im Libanon, wo 2000 französische Soldaten die UNIFIL Truppen unterstützen, wird als Grund dafür gesehen. "Wir glauben, dass die Bedrohung sehr hoch ist und dass Frankreich zu einer Zielscheibe des Terrors geworden ist", sagte Christphe Chaboud, Chef der französischen Antiterroreinheit Uclat gegenüber der Zeitung Le Monde.

Die französische Antiterroreinheit hat bereits seit einem Jahr die Aktivitäten der GSPC in Frankreich verstärkt im Auge. Sehr beunruhigende Anzeichen seien in letzter Zeit augenscheinlich geworden, hieß es von Seiten der Polizei. Vor allem mit dem näher rückenden Wahltermin im nächsten Frühjahr steige die Gefahr.

Neuerlich stark
Der Aufruf kommt in einer Zeit, da die Salafisten in Algerien wieder erstarken. An den Rand gedrängt durch die harte Verfolgung seitens der Regierung galten sie als geschwächt. Im Frühjahr versuchte die Regierung eine Versöhnung zu erreichen. Anfang September verkündete Innenminister Yazid Zerhouni sogar, der Anführer der GSPC hätte sich ergeben. Medienberichten zufolge verübte die GSPC jedoch bereits Ende August wieder Anschläge und auch vor wenigen Tagen, bei denen algerische Exekutivkräfte starben.

Andi Lexer/ÖSTERREICH

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