Kosovo-Gespräche mit EU festgefahren

Keine Einigung

Kosovo-Gespräche mit EU festgefahren

Die voraussichtlich letzten Direktgespräche zwischen Serben und Kosovo-Albanern im Rahmen der Kosovo-Troika vor der Schlussrunde in Österreich sind am Dienstag in Brüssel ohne Durchbruch zu Ende gegangen.

Beide Seiten beklagten mangelnde Bewegung bei der jeweils anderen Delegation. Der Sprecher des kosovo-albanischen Verhandlungsteams, Skender Hyseni, sagte, die Kosovo-Albaner würden nach Ende der Verhandlungsfrist am 10. Dezember "bald" über "nächste Schritte" entscheiden. "Wir sind zuversichtlich, dass die EU-Staaten Kosovo am Ende des Tages anerkennen werden", sagte er.

Autonomie-Modell
Hyseni versicherte, die Kosovo-Regierung wolle dabei gemeinsam mit internationalen Partnern vorgehen. Serbien wolle aber die Verhandlungen in die Länge ziehen "bis die Hölle friert", sagte Hyseni. Die von Belgrad vorgeschlagenen Autonomie-Modelle für die unter UNO-Verwaltung stehende südserbische Provinz nach dem Vorbild der finnischen Aland-Inseln oder Hongkongs wies der Sprecher des kosovarischen Teams zurück. Serbien habe auch Puerto Rico oder Macao ins Spiel gebracht, aber "leider kann keines dieser Modelle auf den Kosovo übertragen werden".

Der serbische Premier Vojislav Kostunica wies den Verhandlungsvorschlag des EU-Vertreters in der Troika, Wolfgang Ischinger, zurück, wonach beide Seiten zunächst über ihre gegenseitigen Beziehungen "status-neutral" verhandeln sollten. Dies wäre nur ein anderes Wort für die Unabhängigkeit des Kosovo, sagte er. Kostunica bekräftigte die Forderung, wonach der Kosovo-Status im Rahmen einer UNO-Resolution entschieden werden müsse. Die UNO sei eine höhere Autorität als die EU, betonte er. Die serbische Position wird im UNO-Sicherheitsrat von Russland unterstützt.

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