Brasilien

Lula für zweite Amtszeit vereidigt

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Der alte und neue brasilianische Präsident verspricht der Bevölkerung die Überwindung der Kluft zwischen Arm und Reich.

In seiner zweiten Amtszeit will der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva nach eigenem Bekunden weiter daran arbeiten, die Kluft zwischen Arm und Reich zu überwinden. Nach seiner neuerlichen Vereidigung am Montag in Brasilia versprach der sozialistische Politiker ferner Initiativen zur Belebung der stagnierenden Wirtschaft. "Eine meiner größten Verpflichtungen besteht darin, nie zu vergessen, wo ich hergekommen bin", sagte der Bauernsohn und ehemalige Metallarbeiter vor den Abgeordneten des Parlaments.

Neue Arbeitsplätze
Während seiner ersten Amtszeit habe sich hinsichtlich der Verteilung des Wohlstands und des Zugangs zu Bildung, Gesundheit und Wohnungen vieles zum Besseren gewendet, betonte Lula da Silva. "Aber wir müssen noch viel mehr tun." Dem Präsidenten wird zu Gute gehalten, sieben Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Allerdings hatte er in seinem Wahlkampf 2002 insgesamt zehn Millionen neue Stellen versprochen.

Später wandte sich "Lula" auch an rund 10.000 Anhänger seiner Arbeiterpartei, die sich für die Vereidigungsfeiern in der Hauptstadt Brasilia versammelt hatten. Viele waren aus weit entfernten Regionen des lateinamerikanischen Landes angereist.

Kampf gegen Gewalt
Der Präsident kündigte an, mit aller Entschlossenheit gegen die jüngste Welle der Gewalt in Rio de Janeiro vorzugehen. Bei den Übergriffen der organisierten Kriminalität handele es sich um eine Barbarei, die nicht als gewöhnliches Verbrechen, sondern als Terrorismus behandelt werden müsse, sagte er. In der vergangenen Woche waren in Rio de Janeiro Polizeistationen überfallen und Busse in Brand gesetzt worden. 19 Menschen kamen ums Leben.

Im Unterschied zum Amtsantritt vor vier Jahren waren diesmal keine hochrangigen Staatsgäste zu der Zeremonie eingeladen. Prominentester Gast aus dem Ausland war der italienische Außenminister Massimo D'Alema. Lula da Silva wurde bei der Präsidentenwahl am 29. Oktober mit rund 60 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

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