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Iranische Ikone

Oxford-Stipendium nach Neda benannt

Die Bilder des Todeskampfs von Neda Agha-Soltan bei Protesten im Iran gingen um die Welt.

Ein Stipendium zu Ehren der Studentin Neda Agha-Soltan, die bei den Protesten gegen die Präsidentenwahl im Iran erschossen wurde, an der britischen Oxford-Universität hat in Teheran für Empörung gesorgt. Das Förderprogramm für iranische Studenten sei eine "politisch motivierte" Kampagne, die dem "wissenschaftlichen Ruf" der Universität schaden werde, zitierte die britische Zeitung "The Times" am Mittwoch aus einem Brief der iranischen Botschaft in London. Die Universität verteidigte sich gegen die Kritik und verwies auf ihr altehrwürdige Queen's College, das das Stipendium ausgelobt hatte. College-Leiter Paul Madden sagte, die Stifter von Stipendien könnten "innerhalb von Grenzen" selbst über den Namen der Förderung entscheiden.

Den Namen des Stifters wollte der Professor nicht nennen. Es handele sich um einen britischen Staatsbürger, der dem College "gut bekannt" sei. Die erste Stipendiatin Arianne Shahvisi erklärte in der Mitteilung, die Auszeichnung sei für sie als junge Philosophie-Studentin iranischen Ursprungs "besonders bedeutsam". Shahvisi sprach der Familie von Neda Agha-Soltan zudem ihr Beileid aus. Sie hoffe, dem Namen ihrer "mutigen und begabten Tochter" gerecht werden zu können.

Neda Agha-Soltan war im Juni bei den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad erschossen worden. Im Internet kursierende Bilder der sterbenden jungen Frau machten aus der Studentin binnen kurzer Zeit eine Symbolfigur für den Widerstandskampf im Iran.



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