Geld für den Krieg

Geheimtreffen: Putin verlangt Spenden von Oligarchen

Russlands Präsident Wladimir Putin erhöht den Druck auf Oligarchen. Bei einem Geheimtreffen forderte der Präsident laut Medienberichten massive Spenden, um das Staatsbudget zu stützen.

Russland. Das Treffen zwischen dem russischen Präsidenten und führenden Geschäftsleuten fand am Donnerstag hinter verschlossenen Türen statt. Wie das Online-Medium "The Bell" berichtet, geht es dabei primär um die Stabilisierung der Staatsfinanzen. Auch die "Financial Times" bestätigte unter Berufung auf informierte Kreise, dass Putin die Unternehmer zur Kasse bittet, während die Kosten für den Konflikt in der Ukraine weiter steigen.

Ein konkretes Ergebnis sickerte bereits durch: Der Milliardär Suleiman Kerimov soll bei dem Treffen zugesagt haben, 100 Milliarden Rubel – das entspricht etwa 1,07 Milliarden Euro – an das Budget zu spenden. Da der Krieg mittlerweile in sein fünftes Jahr geht, suche der Kreml händeringend nach Wegen, die militärischen Ausgaben und die Fortführung der Kämpfe zu decken. Putin stellte laut dem Bericht klar, dass Russland weiterkämpfen werde, bis die verbleibenden Gebiete der Donbass-Region unter Kontrolle seien.

Russische Wirtschaft kämpft mit doppelter Belastung

Die russische Wirtschaft kämpft aktuell mit einer doppelten Belastung: sinkende Einnahmen aus dem Energieverkauf und eine allgemeine wirtschaftliche Verlangsamung, die auch die Steuereinnahmen drückt. Insider berichteten zudem, dass die Regierung bereits Kürzungen von 10 Prozent bei allen "nicht-sensiblen" Ausgaben vorbereitet.

Ob diese Sparmaßnahmen und die Spenden der Oligarchen ausreichen, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Ölpreise ab. Diese wurden zuletzt durch den Krieg im Iran beeinflusst. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur "Reuters" zu dem Treffen blieb bis jetzt unbeantwortet.

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