Sex-Skandal: Ruby verteidigt Berlusconi

"Bin keine Prostituierte"

Sex-Skandal: Ruby verteidigt Berlusconi

"Er hat mich nicht berührt", sagte Ruby - auf einem Berlusconi-Sender.

Die unter dem Spitznamen Ruby bekannte Nachtclub-Tänzerin, die im Mittelpunkt des neuen Sexskandals um den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi steht, verteidigt den Ministerpräsidenten, gegen den Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs und Beihilfe zur Prostitution laufen. Sie habe niemals eine sexuelle Beziehung zum Premierminister gehabt. "Er hat mich nicht einmal mit einem Finger berührt", sagte die junge Marokkanerin bei der Aufzeichnung der TV-Sendung "Kalispera", die am Mittwochabend von Berlusconis TV-Kanal "Canale 5" gesendet wird.

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    7.000 Euro waren "Geschenk"

    "Ich schätze Berlusconi als Mensch, weil er mir geholfen hat, ohne dafür etwas zu verlangen. Er hat mir 7.000 Euro geschenkt, ich kann nur Gutes über ihn sagen", erklärte die 18-Jährige. Das Geld habe sie nach einem Abendessen in Berlusconis Mailänder Villa am 14. Februar 2010 erhalten. Gegenüber Berlusconi habe sie ihr wahres Alter verheimlicht und stets behauptet, sie sei 24 Jahre alt. Der Premierminister habe nicht gewusst, dass sie damals eigentlich noch minderjährig war.

    Minderjährig - wusste Berlusconi Bescheid?
    Prostitution ist nach italienischem Recht nur bei Minderjährigen strafbar. Unklar bleibt, ob Berlusconi wusste, dass die ihm seinerzeit von einem Mittelsmann zugeführte "Ruby" erst 17 war. In einem mitgeschnittenen Gespräch, das von den Mailändern Ermittlern belauscht wurde, sagte Ruby, Berlusconi habe ihr wahres Alter gekannt. In einem anderen heißt es, der Regierungschef habe sie "vor die Tür geworfen", als er ihr wahres Alter erfahren habe. "Rubys" Anwalt versicherte am Dienstag, Berlusconi habe das Alter seiner Mandantin nicht gekannt.

    Ruby: Berlusconi "niemals erpresst"
    Die junge Marokkanerin, die Karima al-Mahroug heißt, versicherte im TV-Interview, dass sie niemals Berlusconi erpresst habe, wie aus dem Dossier der Mailänder Staatsanwälte hervorgeht. Sie dementierte entschieden, vom Premierminister fünf Millionen Euro für ihr Schweigen über ihre Beziehung zu ihm verlangt zu haben. Sie bestritt auch, dass sie eine Prostituierte sei, wie Abhörprotokolle der Mailänder Ermittler nahelegen. Diese werden seit Tagen von italienischen Zeitungen abgedruckt. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte etwa ein Jahr lang vor allem die jungen Frauen abgehört, die bei dem Ministerpräsidenten zu Gast waren. Berlusconi hatte am Wochenende geäußert, er habe nie für eine Frau gezahlt.

    Amtsmissbrauch
    Ruby versicherte, sie habe niemals vor Berlusconi gesagt, eine Angehörige des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak zu sein. Sie sei überrascht gewesen, dass der Premierminister bei einem Anruf an die Mailänder Polizei das behauptet hatte, um sie in der Nacht des 27. Mai 2010 kommen zu lassen. Berlusconi hatte bisher stets den Vorwurf des Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit dem Fall bestritten.

    Von zwei Onkeln missbraucht
    Die Marokkanerin sprach auch über ihre Vergangenheit. Mit neun Jahren sei sie von zwei Onkeln vergewaltigt worden. Von ihrem Vater sei sie geschlagen worden, daher sei sie von zu Hause geflohen. Die junge Marokkanerin, deren Familie auf Sizilien lebt, hatte an einigen Schönheitswettbewerben teilgenommen.

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