Aufruhr wegen kontroversem Priester

"Sektenähnliche Zustände"

Aufruhr wegen kontroversem Priester

Um den konservativen polnischen Priester Andreas Skoblicki, der seit 2004 als Pfarradministrator in Kopfing im Bezirk Schärding tätig ist, gibt es eine heftige Diskussion. Eine Aktionsgruppe wirft ihm vor, für "sektenähnliche Zustände" verantwortlich zu sein. Der Pfarrer ist sich keiner Schuld bewusst. Die Diözese will im Herbst alle Betroffenen zu einem Runden Tisch einladen.

Christuserscheinungen
Der Konflikt im Kirchenvolk von Kopfing hat schon 2009 begonnen. Damals wurden mehr als 400 Unterschriften gegen den Geistlichen gesammelt. Mitglieder der Aktionsgruppe berichteten mehreren Medien, es komme immer wieder zu tranceähnlichen Zuständen, Weinkrämpfen oder sogar Christuserscheinungen bei den Anhängern Skoblickis. Die Kirche sei auch schon mal verriegelt worden, Gläubige würden vor dem Priester am Boden liegen.

Schule als "Teufelswerk"
Außerdem spreche er von unehelichen Kindern als "Kinder der Sünde", deren Nachkommen seien "verdammt bis in die dritte Generation". In einem Gespräch mit der Volksschuldirektorin soll der Pole deren Schule als "Teufelswerk" und die Lehrkräfte als "vom Satan besessen" bezeichnet haben. In der jüngsten Ausgabe der BezirksRundschau schildert ein Gegner des Pfarrers, er habe bei einer Messe einen Burschen gefragt: "Bist Du bereit für Jesus zu sterben?" und ihm das Mikrofon hingehalten.

Er sei sich keiner Schuld bewusst, sagte der Pfarrer in einem ORF-Interview. Als katholischer Geistlicher sei er verpflichtet, getreu dem Lehramt und der Bibel Glaubensinhalte zu verkünden. Die Angriffe würden nur von einer kleinen Gruppe von Kritikern ausgehen. Tatsächlich dürften etliche Gläubige hinter dem Geistlichen stehen.

Von der Diözese gibt es dazu eine Stellungnahme: Man nehme die Angelegenheit sehr ernst und sei sich bewusst, dass es einen Riss innerhalb des örtlichen Kirchenvolks gebe. Bischof Ludwig Schwarz und Generalvikar Severin Lederhilger wollen im Herbst den Pfarrer und Vertreter aller Gruppierungen zu einem Runden Tisch einladen.

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