Mladic machte sich vor Gericht in die Hose

Schlächter vom Balkan

Mladic machte sich vor Gericht in die Hose

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Der erste Schritt im Auslieferungsverfahren von Ratko Mladic (69) an das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist absolviert. Das Belgrader Sondergericht für Kriegsverbrechen hat am Freitag nach der zweiten Anhörung des früheren Militärchefs der bosnischen Serben beschlossen, dass die Voraussetzungen für dessen Auslieferung an das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien gegeben seien.

Mladic verweigert Annahme der Anklageschrift
Mladic hat die Annahme der Anklageschrift des UN-Tribunals in Den Haag verweigert. "Ihr habt Milosevic gewählt und nicht ich, wer ist also Schuld", sagte Mladic nach Angaben einer Gerichtssprecherin am Freitag.

Slobodan Milosevic, der 2003 im Tribunal an Herzinfarkt gestorben war, hatte als fast unumschränkter serbischer Politiker der 90er Jahre die Kriege zur Schaffung eines "Großserbien" maßgeblich mit angezettelt. Der Serbe Mladic hatte in der serbisch-dominierten jugoslawischen Volksarmee eine steile Karriere hingelegt und war später zum Militärchef der bosnischen Serben im Bürgerkrieg (1992-1995) aufgestiegen.

Mladic machte sich in die Hose
Einen Tag nach seiner historischen Verhaftung gibt es schockierende Nachrichten über den mutmaßlichen bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Ratko Mladic. Eine erste Anhörung vor einem Belgrader Sondergericht musste am  Donnerstagabend nach knapp einer Stunde abgebrochen werden, weil sich der 69-Jährige nicht mitteilen konnte. Laut der serbischen Zeitung "blic" soll sich der "Schlächter vom Balkan" vor Gericht sogar in die Hose gemacht haben. Heute wird das Verhör fortgesetzt.

Er lallte vor Gericht
Seinen Anwälten zufolge sprach er nur unzusammenhängend und konnte nicht einmal seine biografischen Daten bestätigen. Damit steht plötzlich ein großes Fragezeichen über seiner Auslieferung ans Haager UNO-Kriegsverbrechertribunal.

Diashow Ratko Mladic: Der 1. Tag nach Festnahme

Ratko Mladic

Die ersten Fotos von Mladic nach seiner Festnahme.

Ratko Mladic

Die Justizwache eskortiert ihn zum Gerichtssaal in in Belgrad.

Ratko Mladic

Dort wird etnschieden ob er an das UN-Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag ausgeliefert werden soll.

Ratko Mladic

So sieht der Kriegsverbrecher heute aus.

Ratko Mladic: Einst und jetzt

Links, 1993 - rechts, 2011

Bosiljka Mladic

Erstmals zeigt sich auch Mladic' Ehefrau Bosiljka.

Bosiljka Mladic

Erstmals zeigt sich auch Mladic' Ehefrau Bosiljka.

Bosiljka Mladic

Erstmals zeigt sich auch Mladic' Ehefrau Bosiljka.

Bosiljka Mladic

Erstmals zeigt sich auch Mladic' Ehefrau Bosiljka.

Bosiljka Mladic

Erstmals zeigt sich auch Mladic' Ehefrau Bosiljka.

Darko Mladic

Auch sein Sohn Darko zeigt sich der Öffentlichkeit.

Darko Mladic

Auch sein Sohn Darko zeigt sich der Öffentlichkeit.

Mladic' Anhänger

Im Zuge der Festnahme des Kriegsverbrechers Ratko Mladic sammelten sich seine Anhänger zu Protestzügen.

Mladic' Anhänger

Dabei kam es zu Ausschreitungen ..

Mladic' Anhänger

... und die Polizei verhaftete viele von Maldic' Anhängern.

Mladic' Anhänger

Mehrere Polizisten wurden dabei verletzt.

Mladic' Anhänger

Mladic' Anhänger

Ratko Mladic Anhänger

Mladic' Anhänger

Mladic' Anhänger

Auch in Lazarevo, dem Ort in dem Mladic festgenommen wurde, hat er noch Anhänger. Auf dem Zettel steht "Ratko Held".

Mladic' Haus in Lazarevo

In diesem Haus lebte Mladic und ...

Mladic' Haus in Lazarevo

... hier wurde er am 26. Mai festgenommen.

Mladic' Haus in Lazarevo

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Er wollte Erdebeeren und einen Fernseher
Wie serbische Medien am Nachmittag berichteten, wollte Mladic neben Erdbeeren und dem TV-Gerät auch einige Bücher in seine Gefängniszelle geliefert haben. Er sei vor allem an Büchern russischer Autoren interessiert, berichtete der Sender "B-92".

Familie zu Besuch
Am Freitag erhielt Mladic Besuch von seiner Frau Bosilijka und seinem Sohn Darko. Wie der Familienanwalt Milos Saljic ankündigte, soll ihnen ein einstündiges, unbewachtes Gespräch ermöglicht werden. Auch er würde nicht dabei sein, sagte Saljic. Sowohl Mladic` Frau wie auch seinem Sohn war das Versteck ihres Ehemannes und Vaters unbekannt. Frau Bosiljka und Sohn Darko hätten seit sieben Jahren keinen Kontakt mehr zum flüchtigen früheren Militärchef der bosnischen Serben gehabt, so der Anwalt.

Die Details seiner Festnahme
Unterdessen werden immer mehr Details seiner Festnahme bekannt: Lokalen Zeitungen zufolge wurde Mladic im Schlaf überrascht. Seine Leibwache, die ihn bei einer Festnahme hätte erschießen sollen, war weit und breit nicht in Sicht, so die Einsatzkräfte. Mladic habe zudem auch keien modernen Kommunikationsmittel wie Handy oder Laptop gehabt. Er soll in sehr schwierigen Bedingungen, auch finanziellen, gelebt haben.

mladic_haus.jpg
(c) AP, in diesem Haus versteckte sich Mladic

Unterschlupf bei Onkel Branislav
Das Haus, in dem Mladic geschnappt wurde, gehört offenbar seinem Onkel Branislav. Dabei handelt es sich um ein für die Region typisches Bauernhaus. Dort soll der meistgesuchte Kriegsverbrecher erst vor zwei Wochen eingetroffen sein, berichtet spiegel online. Davor habe er sich rund um Belgrad herum versteckt gehalten.  Die Festnahme sei im Beisein eines Verwandten erfolgt. "Als der Polizist das Haus betrat und ihn (Mladic, Anm.) fragte, ob er Ratko Mladic sei, erwiderte er: Euer Ehren, Sie haben denjenigen gefunden, den Sie gesucht haben", wurde die Festnahme gegenüber Medien am Freitag geschildert.
 

Diashow Mladic: Das Leben des Kriegsverbrechers

Ratko Mladic

Obwohl seit 1995 durch das UNO-Tribunal angeklagt, gelangt es erst heute, 16 Jahre später, den serbischen Kriegsverbrecher Ratko Mladic festzunehmen.

Ratko Mladic

Mladic muss sich jetzt für das schwerste Kriegsverbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg - dem Massaker von Srebrenica - verantworten.

Ratko Mladic

Mlatic wurde 1942 in der bosnischen Ortschaft Kalinovik, südlich von Sarajevo geboren.

Ratko Mladic

Er besuchte Ex-Jugoslawiens Militärakademien und war überzeugter Kommunist.

Ratko Mladic

1991 begann sein komentenhafter Aufstieg in der Militärhierarchie. Als Oberstleutnant wurde er nach Knin versetzt und schon bald zum Generalmajor befördert.

Ratko Mladic

Im April 1992 wurde er zunächst als jugoslawischer Offizier nach Bosnien versetzt, einen Monat später übernahm er das Kommando des Generalstabs der bosnisch-serbischen Truppen. Sein offenes Kriegsziel war ein Groß-Serbien, das alle von Serben bewohnten Gebiete umfassen sollte.

Ratko Mladic (R) mit Radovan Karadzic

Im Juli 1995 war er der Kopf jener Militäraktion, die das Massaker in Srebrenica zum Ergebnis hatte. Dabei wurden 7.800 bosniakische Zivilisten grausamst ermordet.

Ratko Mladic

Nach dem Kriegsende fand der unter schweren Depressionen leidende General zunächst in Belgrad Unterschlupf. Dort lebte er, beschützt von Bodyguards und Polizei offen in einer Prachtvilla.

Ratko Mladic

Grund für Mladic' Depressionen: Seine Tochter Ana hatte die Grausamkeiten, des von ihrem Vater geführten Krieg nicht mehr ertragen und sich 1994 selbst das Leben genommen.

Ratko Mladic

Am Vorabend des Suizids wollte Ana ihn zur Rede stellen, doch am Höhepunkt des Krieges hatte General Mladic keine Zeit für die Gewissensprobleme seiner Tochter.

Ratko Mladic

2002 tauchte der psychisch instabile Mladic dann völlig unter. In seiner Stammbäckerei hatte er bis dahin immer wieder gedroht: "Wenn sie mich festnehmen, gibt es Tote auf beiden Seiten!"

Ratko Mladic

Jetzt endlich konnte der Kriegsverbrecher festgenommen werden. Das UN-Sondetribunal für Jugoslawien hat zwei Anklagen wegen Völkermordes gegen ihn erhoben.

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Seite 2: Kein Gesinnungswandel beim "Schlächter vom Balkan"

 

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