Teuerung
20 Euro für Zigaretten? Ärztechef will Rauchen drastisch verteuern
„Wir Deutsche gehen nicht gut mit unserer Gesundheit um. Deshalb ist unsere Lebenserwartung unter dem EU-Schnitt", sagte Gassen gegenüber der deutschen Zeitung BILD.
Besonders kritisch sieht der Ärztechef, dass viele Menschen bereits in jungen Jahren mit dem Rauchen und Alkoholkonsum beginnen. Ärzte und das Gesundheitssystem könnten später oft nur noch die gesundheitlichen Folgen behandeln.
Zigaretten sollen 20 Euro kosten
Um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten, fordert Gassen eine drastische Erhöhung der Tabakpreise.
„Kostet eine Schachtel Zigaretten 20 Euro, werden Jugendliche sich das nicht mehr wie heute leisten können", sagte der Ärztechef. Auch das Schnorren von Zigaretten unter Jugendlichen würde dadurch deutlich schwieriger werden.
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Derzeit kostet eine Packung mit 20 Zigaretten in Deutschland durchschnittlich rund acht Euro. Nach den derzeitigen Plänen der Bundesregierung soll der Preis bis zum Jahr 2030 auf etwa 11,40 Euro steigen.
Auch Vapes sollen teurer werden
Unterstützung erhält Gassen von Kinder- und Jugendärzten. Diese sprechen sich ebenfalls für deutlich höhere Preise aus.
Nach Angaben des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte rauchen derzeit acht bis neun Prozent der 13- bis 17-Jährigen in Deutschland. „Die Preise für Zigaretten sollten mindestens verdoppelt werden. Auch das neue Rauchen muss bedacht werden. Vapes müssten teurer werden", erklärte Verbandsvorstand Jakob Maske. Vor allem E-Zigaretten erfreuen sich bei Jugendlichen zunehmender Beliebtheit.
Auch Alkohol im Visier
Der Ärztechef fordert außerdem höhere Preise für Spirituosen. „Muss eine Flasche Wodka fünf Euro kosten? Nein, sie müsste 20 Euro kosten", sagte Gassen. Dadurch würden Jugendliche seltener vor dem Ausgehen Alkohol kaufen und konsumieren. Neben dem gesundheitlichen Effekt würden laut Gassen auch zusätzliche Steuereinnahmen für den Staat entstehen.
Debatte um höhere Steuern dürfte weitergehen
Bereits Anfang des Jahres hatte auch Deutschlands Drogenbeauftragter Hendrik Streeck höhere Tabaksteuern ins Spiel gebracht. „Höhere Steuern sind kein moralischer Zeigefinger, sondern eines der wirksamsten Instrumente für Gesundheitsschutz", erklärte er damals. Ob es tatsächlich zu einer derart drastischen Preissteigerung kommt, ist derzeit allerdings offen.
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