Mega-Streit

"Nur für Schwarze": Berliner Schwimmbad eskaliert komplett!

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Berlin sorgt sich um einen neuen Kulturkampf am Beckenrand: Ein geplanter Badetag für Schwarze Kinder und Jugendliche vor der Volksbühne wurde nach massiver Kritik und Gewaltandrohungen abgesagt.
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Seit 7. August steht vor der Berliner Volksbühne ein 25 Meter langes Pop-up-Schwimmbecken. Das "Volksbad" soll bis Anfang Oktober kostenlos genutzt werden können. Das Projekt kostet rund 300.000 Euro und wird mit öffentlichen Mitteln finanziert.

Für Freitag war das Becken von 12 bis 18 Uhr exklusiv für den Verein Each One Teach One (EOTO) reserviert. Der Verein setzt sich für die Interessen Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen ein.

Die Sonderregelung sorgte für heftigen Streit. Kritiker warfen den Veranstaltern vor, Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe auszuschließen. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers sagte: "Ich persönlich halte nichts davon, Menschen nach Hautfarben einzuteilen. Ich bin ein Freund des Miteinanders."

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Auch FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer kritisierte die Regelung. Linken-Politikerin Elif Eralp verteidigte sie dagegen als Möglichkeit, Menschen Zugang zu ermöglichen, die häufig von Ausgrenzung und Rassismus betroffen seien.

Nach Drohungen kommt die Absage

Dann eskalierte die Debatte. EOTO berichtete von rassistischen Droh-E-Mails, Gewaltandrohungen und Hasskommentaren in sozialen Netzwerken.

Die Volksbühne zog schließlich die Reißleine. Intendant Matthias Lilienthal erklärte, man könne die sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher nicht garantieren. Deshalb wurde der geplante Badetag abgesagt. Gleichzeitig betonte die Volksbühne, weiterhin zu sogenannten positiven Maßnahmen für strukturell benachteiligte Gruppen zu stehen.

Politischer Streit geht weiter

Die Absage löste prompt neue Kritik aus. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf bezeichnete sie als "Skandal" und warf rechten und rechtskonservativen Medien eine gezielte Kampagne vor.

Auch innerhalb der Berliner Politik gehen die Meinungen weit auseinander. Während Kritiker die exklusive Nutzung als Form der Ausgrenzung sehen, argumentieren Befürworter, dass ein zeitlich begrenzter geschützter Raum keine Diskriminierung im klassischen Sinn darstelle. Das "Volksbad" bleibt damit weit mehr als nur ein Schwimmbecken: Aus einer Kunstaktion ist ein politischer Streit über Rassismus, öffentliche Gelder und die Frage geworden, wem ein öffentlicher Ort gehören darf.

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