USA. Trump feiert martialisch – mit UFC-Kämpfen auf dem Südrasen vor dem Weißen Haus. Ein Spektakel, das Fans und Kritiker des Oberkommandierenden spaltet: Trump-Anhänger sehen in den fliegenden Fäusten eine Metapher für die Kampfeslust ihres Idols. Kritiker beklagen eine moderne Gladiatoren-Show.
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Kralle. Aufgebaut wurde eine gigantische Kampfarena unter 28 Meter hohen Metallbögen, die das Dach des Weißen Hauses überragen. Die 60 Millionen Dollar teure Konstruktion wurde The Claw getauft – die Kralle. Sieben Ministerien waren bei Planung und Logistik involviert. 4.000 Gäste werden erwartet, VIP-Pakete kosteten 1,5 Millionen Dollar. Protestgruppen klagten gegen das Projekt wegen "Korruption", weil die von Trump-Kumpel Dana White geführte UFC auch kommerziell profitieren könnte.
Jubelwochen wegen 250 Jahre USA
Trumps großer Geburtstag – der auch neue Debatten um seinen Gesundheitszustand auslöste – fällt in wahre Fest- und Jubelwochen. Gerade startete die Fußball-WM mit 78 Spielen in den USA, der Rest findet in Kanada und Mexiko statt. Auch hier wirft Trump seinen Schatten auf das Mega-Sport - ereignis. Wegen seiner knallharten Immigrationspolitik kam es bereits zu Abweisungen an der Grenze, etwa beim somalischen Fifa-Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan. Befürchtet werden zudem mögliche abfällige Bemerkungen über teilnehmende Länder. Umstritten schon jetzt: Trump wollte am Freitag nicht zum Eröffnungsspiel des US-Teams gegen Paraguay in L.A. kommen.
Gleichzeitig läuft der Countdown zum 250. Geburtstag Amerikas, dem Unabhängigkeitstag am 4. Juli. Geplant sind Jubelwochen an den ikonischsten Orten der USA – von Mount Rushmore bis zum Washington Monument. Für Kritiker feiert Trump hier aber vor allem seine eigene Präsidentschaft als das große Jubiläum. Die Leitthemen spiegeln vor allem die Haltung seiner MAGA-Bewegung („Make America Great Again“). Deshalb hagelte es zuletzt Absagen von Musikern für eine Konzertserie. Das Festival wird nun durch eine riesige MAGA-Massenfete ersetzt – mit Trump als Hauptredner. "Ich ziehe mehr Menschen an als Elvis", sagte er selbstbewusst.
Eitelkeit. Für weitere Diskussionen sorgen Trumps Bauprojekte, mit denen er Washington dauerhaft seinen Stempel aufdrücken will: An der Ostseite des Weißen Hauses entsteht ein gigantischer Ballsaal, geplant ist ein 50 Meter hoher Triumphbogen, beim Reflecting Pool vor dem Lincoln Memorial wurde der Boden blau lackiert. Viele halten das für Eitelkeitsprojekte.
Der Trump-Geburtstag, die WM und der USA-Jahrestag werden allerdings vom Irankrieg überschattet. Besonders beim Fußball-Weltturnier gab es Kontroversen: Irans Nationalmannschaft musste ihr Quartier jenseits der Grenze in Tijuana aufschlagen. Wegen strenger Einreiseauflagen muss sie zu den Vorrundenspielen in L.A. und Seattle pendeln.
Hilflos: Trumps Stern scheint zu sinken
Trump geht politisch geschwächt in die intensivste Phase seiner Amtszeit. Seine Popularität liegt nahe jüngster Tiefstwerte. Schuld daran ist auch der Irankrieg, der wegen der globalen Ölkrise zu Teuerungen führte. Die US-Inflation lag im Mai bei 4,2 Prozent. Der einst so forsch gestartete Trump verliert dazu sichtbar an Macht: Seine Drohungen verhallen, politische Projekte versanden, sein hilflos wirkendes Gehabe im Irankrieg kratzt am Image. Immer öfter kommt es zu Kongress-Revolten sogar in seiner eigenen Republikaner-Partei. Trumps Stern scheint zu sinken. Ausgerechnet jetzt, wo er sich im Zenit seiner Macht sieht.
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