US-Open

Alexander Zverev, der neue König von New York

Alexander Zverev in New York.
© AFP
Alexander Zverev hat die US Open gewonnen: Im Finale des Arthur-Ashe-Stadions bezwang der 29-jährige Hamburger den Amerikaner Ben Shelton nach 3.33 Stunden mit 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2. Es ist sein zweiter Grand-Slam-Titel nach Roland Garros im Juni – und der erste deutsche Herren-Triumph in Flushing Meadows seit Boris Becker 1989.
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Die Partie begann wie Sheltons bisherige Bilanz gegen Zverev: unter Druck. Der Linkshänder, zum ersten Mal in einem Major-Endspiel, verlor das Eröffnungsaufschlagspiel per Doppelfehler. Zverev, erstmals als Nummer eins gesetzt, kontrollierte die Grundlinie, überstand den Tiebreak des zweiten Satzes klar und schien dem Titel entgegenzulaufen.

Dann kippte der dritte Durchgang. Shelton fand Länge und Tempo, brach zum 7:5 und weckte die 24.000, die den ersten US-Herrentitel seit Andy Roddick 2003 erhofften. Auch Arthur Ashes Witwe saß auf der Tribüne. Ein schwarzer amerikanischer Champion wäre der erste seit Ashe 1968 gewesen.

Sieg nicht sofort erkanntZverev stoppte die Wende im vierten Satz: Nach einem langen Ballwechsel zum frühen Break ließ er auf eigenem Aufschlag fast nichts mehr zu. Den Titel holte er mit einem nicht retournierten Aufschlag – und merkte es nicht. Er blieb hinter der Linie stehen, suchte die Anzeigetafel, hob die Arme erst Sekunden später. Becker nannte den Moment später die Sportszene des Jahres.

Sechs Jahre zuvor hatte Zverev hier gegen Dominic Thiem zwei Punkte vor dem Titel gestanden und verloren. Diesmal reichte die Erfahrung. Shelton bleibt 0:6 gegen ihn. Der Amerikaner beklagte das lange Auftippen vor Zverevs Aufschlag; Schiedsrichterin Marijana Veljović mahnte zur Eile, Sheltons Vater Bryan kommentierte bei ESPN: Das bringe einen aus dem Rhythmus.

Zverev sagte nach der Siegerehrung: Dreißig Jahre ohne Grand Slam, jetzt zwei in drei Monaten. Gott habe gesehen, wie viel Arbeit und Schmerz darin steckten. 5,5 Millionen Dollar Preisgeld, 53 Siege in der Saison, die Live-Race nach Turin führt er klar an. Sinner fehlte verletzt, das Wimbledon-Finale blieb ohne Revanche. New York gehört trotzdem dem Deutschen – nicht dem Traum der Gastgeber.

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