Industrie-Hammer

Autozulieferer Pollmann pleite – 1200 Mitarbeiter betroffen

© Kurt Hörbst / Pollmann International
Jetzt ist es traurige Gewissheit: Der traditionsreiche Familienkonzern Pollmann aus Niederösterreich hat Insolvenz angemeldet. Rund 1.200 Mitarbeiter an fünf Standorten sind von der Pleite betroffen.
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Die Gerüchte hatten sich bereits seit rund zwei Wochen gehalten, nun ist es offiziell: Drei Gesellschaften des Pollmann-Konzerns haben beim Landesgericht Krems ein Sanierungsverfahren beantragt.

Betroffen sind Pollmann International, Pollmann Austria und Pollmann Werkzeuge. Das Landesgericht Krems bestätigte die Anträge. In den kommenden Tagen soll die zuständige Richterin entscheiden, ob die beantragten Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet werden.

Für das Waldviertel ist die Pleite ein schwerer Schlag. Pollmann zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Unternehmen der Region.

1.200 Mitarbeiter betroffen

Der Konzern mit Hauptsitz in Karlstein im Bezirk Waidhofen an der Thaya beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter. Die Belegschaft verteilt sich auf fünf Standorte auf drei Kontinenten.

Besonders groß ist der Standort Karlstein. Dort dürfte etwa die Hälfte der Beschäftigten des Konzerns arbeiten.

Pollmann ist vor allem als Zulieferer der Autoindustrie bekannt. Noch in den 1990er-Jahren wurde damit geworben, dass jedes dritte Schiebedach eines Pkw in Europa von Pollmann stamme. Auf der Unternehmenshomepage heißt es zudem, dass Teile des Konzerns in 93 Prozent der namhaften Automarken verbaut seien.

Auto-Krise trifft Traditionsunternehmen

Als möglicher Faktor für die schwierige finanzielle Lage gilt die angespannte Situation der europäischen Autoindustrie. Dazu kommen laut den vorliegenden Informationen auch strategische Entscheidungen des Unternehmens.

Genannt wird unter anderem der Neubau eines Werks in Vitis. Der Standort wurde allerdings kurze Zeit später wieder geschlossen.

Wie hoch die Verbindlichkeiten des Konzerns tatsächlich sind, ist derzeit noch nicht offiziell bekannt. Zuletzt war von Schulden in Millionenhöhe die Rede.

Auch Abgang des Finanzchefs sorgt für Aufsehen

Zusätzliche Spekulationen hatte zuletzt der Abgang des Finanzchefs ausgelöst. Der CFO hatte am Vortag seinen letzten Arbeitstag im Unternehmen.

Nun folgt die Insolvenz von gleich drei Gesellschaften des Konzerns.

Für Pollmann beginnt damit ein schwieriges Kapitel. Mit dem beantragten Sanierungsverfahren soll nun über die Zukunft der betroffenen Unternehmen entschieden werden.

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