Verantwortung wächst Schritt für Schritt
Bei der Berger Feinste Confiserie in Lofer wird der Generationenwechsel nicht mit einem Stichtag vollzogen, sondern ist seit Jahren im Gange. Anna und Franz Berger übernehmen zunehmend Verantwortung in der Geschäftsführung und bilden gemeinsam mit ihren Eltern Christine und Hubert Berger das Führungsteam des Familienunternehmens. "Wir wollten nie abrupt übergeben, sondern wachsen seit Jahren gemeinsam in die Verantwortung hinein", erklärt Hubert Berger. Das Vierer-Modell ermögliche es, Erfahrung und neue Ideen miteinander zu verbinden und die Zukunft des Unternehmens gemeinsam zu gestalten.
Familienbetrieb setzt auf Kontinuität
Das Unternehmen wurde 1994 von Christine und Hubert Berger in einer 25 Quadratmeter großen Garage gegründet. Aus den handgefertigten Pralinen von damals ist eine Confiserie mit neun Filialen in Österreich und ausgewählten Standorten im internationalen Premiumhandel entstanden. Produziert wird nach wie vor ausschließlich in Lofer. Mehr als 70 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen über die eigenen Geschäfte. Dass die nächste Generation heute Verantwortung übernimmt, sei nie selbstverständlich gewesen. "Unsere Kinder waren immer frei in dem, was sie tun und lernen wollen. Umso schöner ist es, dass sie mit eigenen Ideen und Erfahrung zurückgekommen sind", sagt Christine Berger.
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Zwei Geschwister, zwei Stärken
Franz Berger (29) verbindet betriebswirtschaftliches Know-how mit einer Ausbildung zum Chocolatier. Er verantwortet heute Produktentwicklung, Produktion, Vertrieb, Controlling und Einkauf und treibt die Weiterentwicklung des Sortiments voran.
Seine Schwester Anna Berger (31) bringt ihre Erfahrungen aus dem Le Cordon Bleu in Paris sowie Studien in Organization Studies und Digital Marketing ein. Sie leitet das Café ANNA in Lofer und prägt gemeinsam mit ihrer Mutter das Marketing, den Markenauftritt und das Verpackungsdesign.
Beide eint ihre Leidenschaft für Kulinarik und die Neugier auf neue gastronomische Konzepte, die immer wieder Impulse für das Unternehmen liefern.
Qualität trotz steigender Kosten
Bio-, Fairtrade- und regionale Zutaten sind für Berger seit jeher Teil der Unternehmensphilosophie. Gleichzeitig machen sich die gestiegenen Rohstoffpreise bemerkbar – allen voran beim Kakao.
"Die Preise sind deutlich gestiegen, das muss man zu einem Teil weitergeben", sagt Hubert Berger. An der Qualität wolle das Unternehmen dennoch keine Abstriche machen. Die Pralinen und Schokoladenspezialitäten entstehen weiterhin in Lofer, viele Arbeitsschritte erfolgen nach wie vor in sorgfältiger Handarbeit.
Handwerk und soziale Verantwortung
Neben der Produktion setzt Berger auch auf langfristige Mitarbeiterbindung und gesellschaftliche Verantwortung. Viele Beschäftigte arbeiten bereits seit zwei Jahrzehnten oder länger im Unternehmen. Zudem kooperiert die Confiserie mit Pro Mente und beschäftigt Menschen mit Beeinträchtigung. Auch die Entwicklung des Lehrberufs Chocolatier wurde aktiv unterstützt. "Viele im Team sind bereits seit 20, 25 Jahren bei uns. Wir wachsen miteinander – auch an Aufgaben", sagt Hubert Berger.
Erlebniswelt wird erweitert
Rund um die Confiserie entstand in den vergangenen Jahren mit dem Café ANNA und dem Haus für Schokolade "Bergers FEINHEIT" eine kleine Erlebniswelt. Das Schokoladenhaus wird derzeit modernisiert und soll im März 2027 mit einem neuen Konzept wiedereröffnet werden. Besucher sollen dort das Handwerk hinter den Produkten noch intensiver erleben können.
Blick in die Zukunft
Der Führungswechsel soll auch in den kommenden Jahren schrittweise erfolgen. Hubert Berger sieht die Zukunft des Unternehmens in den Händen seiner Kinder. "Die Jungen sollen das Unternehmen zeitgemäß weiterführen, die Marke Berger Feinste Confiserie weiterentwickeln und auf dem europäischen Markt etablieren", sagt der Senniorchef. Gleichzeitig sei ihm wichtig, "dass sie ihren eigenen Weg finden und auch gehen".
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