Asbest-Alarm

Burgenländische Ausflugsziele als Giftschleuder?

Person in Schutzkleidung entfernt alte Dachplatten auf einem steilen Dach.
© APA
Greenpeace schlägt Alarm: Bei beliebten Ausflugszielen im Burgenland wurde Asbest nachgewiesen – und das in erschreckendem Ausmaß. Die Behörden spielen das Risiko herunter, so Greenpeace, Menschen seien in Wahrheit gesundheitlich gefährdet.
OE24 auf Google bevorzugen

Betroffen sind unter anderem Burg Lockenhaus, Burg Schlaining und die Aussichtswarte Geschriebenstein. Laboranalysen der Umweltorganisation zeigen Asbestgehalte von bis zu 50 Prozent in Schotter- und Sandproben.

Besonders brisant: Betroffen sind Parkplätze, Innenhöfe und sogar der Burgsee vor der Aussichtswarte – Orte, an denen sich täglich Familien und Ausflügler aufhalten. Auch zwei Wanderwege in der Nähe sind laut Greenpeace kontaminiert. Menschen werden hier sehenden Auges einer Gefahr ausgesetzt, ohne dass ausreichend gewarnt wird.

Verharmlost?

Während die Eigentümer von Burg Lockenhaus zumindest reagieren und betroffene Bereiche sperren und befeuchten wollen, gibt sich das Land bei der landeseigenen Burg Schlaining auffallend gelassen: Die bekannten Messwerte würden die gesetzlichen Grenzen nicht überschreiten, heißt es. Die Landesholding rät dennoch zu einer normgerechten Probenahme – ein Widerspruch, der aufhorchen lässt.

Vertuschung?

Seit Jänner sind bereits vier Steinbrüche im Burgenland wegen Asbestbelastung dicht. Doch die entscheidenden Sachverständigengutachten dazu halten die Behörden bis heute unter Verschluss. Eine eigens eingesetzte Taskforce misst zwar die Luftgüte, schießt sich aber lieber auf die Methodik von Greenpeace ein, statt Klartext zu reden.

Fazit: Während Behörden auf Grenzwerten beharren, wächst der Verdacht, dass Ausflügler im Burgenland mit einer stillen Gefahr im Nacken unterwegs sind.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden