Roman

CUSK: Fiktion oder Voyeurismus

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Der Roman "Das Leben der M" sorgt derzeit für Aufsehen.
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Ist sie es, oder ist sie es nicht? Derzeit lautet die heißeste Frage der Literatur, ob in Das Leben der M der britischen Autorin Rachel Cusk die Hollywoodschauspielerin Natalie Portman porträtiert wird.

Ewige Frage

Wie viel echter Mensch in einem Buch steckt, ist eine reizvolle Frage, die Lesende sich immer dann stellen, wenn es möglich wäre. In diesem Fall verleiten die Eckdaten zum aufgeregten Rätselraten und natürlich der menschliche Hang zum Voyeurismus.

Cusks Roman handelt von einer in Paris lebenden amerikanischen Schauspielerin; die Erzählerin erklärt einleitend, sie habe der Schauspielerin M kürzlich erklärt, ihre Biografie schreiben zu wollen. Diese zeigt sich einverstanden, fragte allerdings, ob sich die Autorin einfach etwas ausdenken könne. Und genau mit dieser Aussage kann herrlich kokettiert werden, wo Dichtung zu Wahrheit wird oder umgekehrt.

Natalie Portman © Variety via Getty Images

Doppelter Boden

Cusk beschreibt das Leben dieser M, die in ihrer Wahrheit anders ist als ihre zuckersüße, puppenhafte Fassade, deren Kindheit mit der ersten Filmrolle endete (sie wählt dafür einen heftigen Vergleich) und die von den Menschen um sie herum hofiert wird, mit nüchternen Worten. Hier muss allerdings festgehalten werden, dass Cusks Schreiben immer auch der Form verpflichtet ist, die Autorin in ihren jüngeren Werken auslotet, wie Romane geschrieben werden können. Ein doppelter Boden also.

Rachel Cusk © Getty Images

Roman oder Freundschaftsverrat?

Theorien. Seit seinem Erscheinen im anglo-amerikanischen Raum wird in den Gazetten Freundschaftsverrat gewittert und ein Enthüllungsroman attestiert. Autorin Cusk soll der Wirbel um ihren Roman sehr überrascht haben und lehnt es ab, eine Leseanleitung zu geben.

Eine reizvolle Leseart

Das Aufsehen um Das Leben der M hat dem Buch (für die Verkaufszahlen) bestimmt nicht geschadet, aber viel reizvoller, als das Leben einer Berühmtheit zu sezieren, sind hier aber die universellen Wahrheiten: Sichtbarkeit, Wertigkeiten und was von uns bleibt, können wir anhand des Textes für uns selber enthüllen.

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