Die vielfach Ausgezeichnete Autorin Ilse Tielsch starb 2023 mit über 95 Jahren. Nun ist ein Erzählband erschienen, herausgegeben von Fermin Suter.
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In Der verschwundene Großvater und andere Geschichten richtete die Autorin den Blick zurück in der Zeit, als sie selbst Kind und Jugendliche war. Ihre Protagonistin ist Therese; in einer Geschichte will diese zum Zirkus, in einer anderen, der titelgebenden, verschwindet der Großvater für ein paar Tage.
Kurzgeschichten sind für viele Lesende meist nicht die präferierte literarische Form. Doch wir möchten Ihnen dieses Buch ans Herz legen. Denn die Texte sind nicht nur wohlig, sondern auch wahrhaftig. Zwar ist Literatur eigennützig, wir müssen nicht zwingend Moral mitnehmen, doch sie kann unseren Blick schärfen. Wie Tielsch selbst sagte: "Beschäftigung mit der Vergangenheit schärft das Verständnis für gegenwärtige Abläufe, macht hellhörig für Gefahr und stellt den Einzelnen in Zusammenhänge … Als Kind und als junges Mädchen habe ich miterlebt, welches Unglück Intoleranz und Hass zwischen Völkern über die Menschen bringen, deshalb schreibe ich dagegen an."
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