Teuer-Schock

Diesel in Wien kostet wieder über 2 Euro!

Preistafel einer Shell Tankstelle in Wien-Donaustadt mit aktuellen Kraftstoffpreisen, 21. Juli 2026.
© Viyana Manset Haber
In Wien hat der Dieselpreis erneut die Marke von zwei Euro übersprungen. Grund für die steigenden Spritpreise ist die Eskalation im Nahen Osten und Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus.
OE24 auf Google bevorzugen

An Wiener Tankstellen klettern zuletzt die Preise für Kraftstoff wieder deutlich nach oben. Bei einer Shell-Tankstelle in der Bundeshauptstadt kostete der Liter Diesel am Dienstag 2,079 Euro, Super lag bei 1,919 Euro, V-Power bei 2,179 Euro und V-Power Diesel bei 2,339 Euro. Auch AdBlue schlug mit 1,479 Euro zu Buche. Bei der BP-Tankstelle auf der Triesterstraße übersprang Diesel am Dienstag mit 2,019 Euro je Liter ebenfalls die Zwei-Euro-Grenze. Ultimate Diesel kostete dort 2,279 Euro, Ultimate Super 2,139 Euro und Super 1,879 Euro.

Preistafel der BP-Tankstelle auf der Triesterstraße in Wien mit Dieselpreis über 2 Euro pro Liter.
Preistafel der BP-Tankstelle auf der Triesterstraße in Wien mit Dieselpreis über 2 Euro pro Liter. © oe24-Leserreporter

Spritpreise steigen an den Tankstellen

Bereits am Montag lag der österreichweite Medianpreis für Diesel laut E-Control bei 1,974 Euro pro Liter und damit um 12,5 Cent über Super-Benzin (1,849 Euro). Tirol bildete am Montag mit einem Diesel-Median von 2,009 Euro je Liter das teuerste Bundesland, knapp gefolgt von Salzburg mit 1,999 Euro. Am günstigsten waren das Burgenland mit 1,954 Euro und die Steiermark mit 1,959 Euro. Nach verhältnismäßig niedrigen Werten zu Jahresbeginn zwischen 1,45 und 1,60 Euro und einem Höchststand im Frühjahr klettern die Werte nach einem temporären Rückgang im Mai und Juni im Laufe des Julis erneut steil nach oben.

Liniendiagramm zeigt Spritpreisentwicklung 2026 in Österreichs Bundesländern nach Medianwerten.
Der Spritpreisrechner der E-Control: Das Liniendiagramm zeigt Spritpreisentwicklung 2026 in Österreichs Bundesländern nach Medianwerten. Als Berechnungsgrundlage dient der Medianwert der Preismeldungen des jeweiligen Vortages in Euro pro Liter (€/L). Der Median gibt den Preis an, der exakt in der Mitte aller gemeldeten Preise liegt. © E-Control

Konflikt treibt die Rohölpreise

Als Hauptursache für den Preisanstieg gelten geopolitische Spannungen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg am Dienstagnachmittag um fast zwei Prozent auf 90,85 US-Dollar. Die Internationale Energieagentur (IEA) zeigte sich besorgt über die Eskalation im Nahen Osten. Während das US-Militär in der zehnten Nacht in Folge Ziele im Iran angriff, meldeten iranische Revolutionsgarden die Sprengung von zwei Tankern auf der Südroute der Straße von Hormus.

Kritik an den Maßnahmen

Der ÖAMTC kritisierte, dass gesunkene Rohölpreise im Juni nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben worden seien. Zudem wurde die staatliche Spritpreisbremse im Juli weiter reduziert: Die Senkung der Mineralölsteuer (MÖSt) beträgt nach zuletzt 1,7 Cent nun nur noch 0,8 Cent pro Liter. Die Verpflichtung für Tankstellen, Preissenkungen internationaler Notierungen weiterzugeben, gilt noch bis Ende August.

Angesichts der Entwicklung fordert der ÖGB eine "wirksame Margenregelung" für Diesel und Heizöl. Die Preisentwicklung an heimischen Zapfsäulen bleibt damit eng an die Lage am Weltmarkt gekoppelt.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden