"War nie der Plan"
"Englische DNA" - Tuchel rechnet nach WM-Aus ab
Coaching-Katastrophe" nannte es Experte Chris Sutton, England-Legende Gary Lineker griff zu den Worten "absolut unbegreiflich" und laut Wayne Rooney suchte "man förmlich nach Ärger". Die Kritik an Trainer Thomas Tuchel nach dem Halbfinal-Aus war groß. Dennoch soll der Deutsche im Amt bleiben.
Highlights: England vs. Argentinien
© ORF
Laut diversen Medienberichten hat er weiterhin das Vertrauen des englischen Fußballverbands FA. Tuchel war Anfang 2025 als Nationaltrainer verpflichtet worden. Der 52-Jährige hatte seinen Vertrag im vergangenen Februar vorzeitig bis einschließlich der EM-Endrunde in zwei Jahren in England, Schottland, Irland und Wales verlängert.
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Er steht nach der Niederlage gegen Argentinien aber in der Kritik, nach der 1: 0-Führung auf eine zu defensive Taktik gesetzt zu haben. FA-Geschäftsführer Mark Bullingham äußerte sich direkt nach dem Schlusspfiff nicht konkret zur Vertragssituation Tuchels. "Die Spieler und Thomas haben heute alles gegeben und das Team, die Trainer und der Staff hätten nicht härter während des Turniers arbeiten können", sagte der Funktionär und sprach ihnen seinen Dank aus.
Tuchel bereut seine Entscheidungen nicht
Tuchel bedauert seine taktische Entscheidung nicht. "Ich muss auf dem Platz eine Entscheidung treffen", sagte er der BBC. "Im Moment bereue ich nichts. Die Mannschaft hat alles gegeben, und wir waren ganz, ganz nah dran." Er verteidigte sowohl Strategie, als auch Auswechslungen. "Wir haben auf eine Fünferkette umgestellt, um die Lücken im Zentrum zu schließen und in der Luft stark zu sein", sagte Tuchel. "Und wenn es nicht gut läuft, ist es leicht zu sagen, dass es falsch war."
Gegenüber Sky News legte Tuchel dann nach und sprach von einer schwäche in der DNA des englischen Fußballs. "Ballbesitz spielt eine wichtige Rolle, und das ist vielleicht nicht so sehr Teil unserer DNA wie bei Spanien, Argentinien oder Brasilien, das Spiel mit dem Ball zu kontrollieren", sagte Tuchel gegenüber Sky Sport News. Die umstrittene Formulierung über die "englische DNA" dürfte in England weiter für Diskussionen sorgen.
Nach dem Führungstreffer habe sich die Partie komplett gedreht: "Das Momentum hat sich komplett verändert, unser Ballbesitz nahm dramatisch ab." Seine Mannschaft sei zu passiv geworden, habe Zweikämpfe verloren und sich immer weiter zurückdrängen lassen. "Das war nie der Plan, aber es ist so passiert", erklärte Tuchel. Auch eine andere Aufstellung hätte nach seiner Einschätzung nicht geholfen, weil sein Team "nicht körperlich genug gespielt" habe.
Trotz des bitteren Ausscheidens zeigt sich Tuchel überzeugt, mit England erfolgreich sein zu können. Auf die Frage, ob er mit den "Three Lions" einen großen Titel gewinnen könne, antwortete er: "Hundertprozentig."
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