Dunkle Vergangenheit

Geheime Akten: Die Nazi-Vergangenheit von Gottschalks Vater

Ein Mann mit Mikrofon spricht auf einer Bühne, im Hintergrund bunte Beleuchtung und Banner.
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Bislang unveröffentlichte Akten zeigen Details zu Hans Gottschalks (†61) NSDAP- und SA-Mitgliedschaft und dem Entnazifizierungsverfahren.
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Deutschland. Die Entertainer-Legende Thomas Gottschalk (76) erfuhr nie im Detail, was sein Vater Hans in der NS-Zeit tat. Dieser starb 1964 kurz vor seinem 62. Geburtstag nach einer Krebserkrankung. Thomas Gottschalk war damals 14 Jahre alt. Archivunterlagen, die der "Bild"-Zeitung vorliegen, geben nun Einblick in die Biografie des Breslauer Rechtsanwalts.

NSDAP-Eintritt und SA-Mitgliedschaft

Hans Gottschalk wurde 1902 in Kaulwitz im Kreis Namslau (damals Schlesien) geboren und studierte an der Universität Breslau Rechts- und Staatswissenschaften. Wie "Bild" berichtet geht aus Unterlagen hervor, dass er am 1. November 1932 der NSDAP beitrat und zudem Mitglied der SA war. In einem nach dem Krieg verfassten Lebenslauf vom September 1946 erklärte er jedoch, der Eintritt sei erst im Frühjahr 1933 auf Drängen eines Vorgesetzten erfolgt. Zudem gab er an, keinen aktiven SA-Dienst geleistet und seine Position bei der Wehrkreisverwaltung genutzt zu haben, um "dem Naziregime in jeder nur möglichen Weise aktiv Widerstand zu leisten". Der Politwissenschaftler Jürgen Falter verweist auf Widersprüche bezüglich des Eintrittsdatums und der Aktenlage.

"Die Aufnahmesperre galt ab 1. Mai 1933, Mitgliedsnummer und Eintrittsdatum sprechen für einen Beitritt 1932, die Berufsangabe als Rechtsanwalt dagegen für eine spätere Eintragung. Auch die geschilderte SA-Aufnahme ohne Wissen des Betroffenen ist obskur", sagt Jürgen Falter gegenüber "Bild".

Entlastung durch Opfer des Regimes

Im Entnazifizierungsverfahren der Spruchkammer Kulmbach-Stadt wurde Hans Gottschalk im Dezember 1946 als Mitläufer eingestuft und musste eine Geldstrafe zahlen (500 Reichsmark Sühnegeld). Dabei stützte er sich auf 16 Entlastungszeugnisse. Unter den Fürsprechern war die aus Breslau stammende Elly Rastetter, die nach den Nürnberger Gesetzen als Jüdin verfolgt und deren Mutter in Auschwitz ermordet wurde. Sie erklärte, Hans Gottschalk habe der nationalsozialistischen Weltanschauung "fremd gegenübergestanden". Auch der Widerstandskämpfer und späterer Vertriebenenminister Hans Lukaschek (1885–1960) stellte ihm ein positives Zeugnis aus.

Frühere Ehe und Kriegsende

Die Recherchen zeigen zudem ein bislang unbekanntes Detail aus seinem Privatleben: Vor der Heirat mit Thomas Gottschalks Mutter im Juni 1945 war Hans Gottschalk von 1938 bis Januar 1945 in erster Ehe verheiratet gewesen. Nach dem Kriegsende zog er als Heimatvertriebener nach Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Thomas Gottschalk äußert sich heute kaum noch zu diesen Themen. Er sagt gegenüber "Bild": "Ich bin raus aus der Öffentlichkeit. Und äußere mich auch nicht mehr. Um Kameras und Kolumnen mache ich einen Bogen und äußere mich auch dann kaum, wenn man mich fragt."

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