Banken reagieren

Gold verliert an Wert

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Das Edelmetall, das in unsicheren Zeiten oft als sicherer Hafen gilt, zeigt sich seit einigen Wochen schwächer. Die Banken reagieren.
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Während Gold bei geopolitischen Spannungen oder Börsenturbulenzen üblicherweise gefragt ist, steht der Preis aktuell unter Druck. Am Dienstagmorgen notierte eine Feinunze bei 3.604,96 Euro (4.125 Dollar), ein Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vortag. Auf Monatssicht sieht es noch deutlicher aus: In Euro hat Gold 6,6 Prozent verloren.

Abwärtsfahrt: Was dahintersteckt

Für Anleger bedeutet das: Wer erst vor Kurzem Gold gekauft hat, weist derzeit Verluste aus. Langfristig orientierte Besitzer können zwar weiterhin auf hohe Buchgewinne blicken, doch die jüngsten Rekordstände scheinen vorerst überschritten.

Als Hauptgrund für den Preisverfall gilt die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Sie wird voraussichtlich die Zinsen länger auf dem aktuellen Niveau belassen, anstatt sie zu senken. Das belastet Gold, da es keine laufenden Erträge abwirft. Bei höheren Zinsen verliert das Edelmetall an Attraktivität. Hinzu kommt, dass institutionelle Investoren Mittel aus Goldfonds abziehen, die bisher eine Stütze für den Kurs waren.

Auch die weltweite Nachfrage nach Goldschmuck ist merklich eingebrochen. Im ersten Quartal 2026 ging sie um mehr als 23 Prozent zurück. Viele Käufer schreckten angesichts der zuvor stark gestiegenen Preise zurück.

Banken reagieren

Die Großbanken reagieren mit gesenkten Prognosen. Die Deutsche Bank senkte ihre Erwartungen für das dritte Quartal um bis zu 22 Prozent nach unten und rechnet nun mit 4.300 Dollar je Feinunze (umgerechnet rund 3.761 Euro). Für das vierte Quartal sieht sie 4.800 Dollar (etwa 4.198 Euro) vor – ebenfalls 17 Prozent unter der früheren Schätzung. Auch Goldman Sachs reduzierte seine Jahresendprognose um 500 Dollar auf 4.900 Dollar (rund 4.286 Euro).

Die Situation zeigt: Gold muss nicht immer steigen. Der vermeintlich sichere Hafen bietet derzeit keine Ruhe, aber trotzdem hat Gold seine Funktion als Werterhalt nicht eingebüßt. In einem ausgeglichenen Portfolio ist immer Platz für einen Goldanteil: Es lässt sich schnell verkaufen, wird niemals völlig wertlos sein, sondern hält seinen Wert seit Jahrtausenden (wenn auch mit Schwankungen).

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