1. Test erfolgreich

Graz: Keramikwände sollen Stadt künftig abkühlen

Große Bank aus Holz mit durchbrochener keramischer Rückwand in einem Park.
© TU Graz/Lunghammer/KK
Auf dem Campus der TU Graz wurde bereits getestet: In unmittelbarer Nähe eines mit Wasser gefüllten Keramikwürfels sank die Temperatur um sieben Grad Celsius ab.
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Graz. Forschende der Technischen Universität Graz arbeiten an einer neuen Methode, um Städte an heißen Sommertagen abzukühlen. Dabei setzen sie auf Keramikwände, die Wasser speichern und durch Verdunstung die Umgebungstemperatur senken. Ziel ist es, dort für Abkühlung zu sorgen, wo Bäume oder andere natürliche Schattenspender nur eingeschränkt eingesetzt werden können.

Mithilfe von 3-D-Druck hergestellt

Die rund zwei mal zwei Meter großen Wände bestehen aus zahlreichen keramischen Würfeln, die mithilfe von 3-D-Druck hergestellt werden. Aufgrund ihrer porösen Struktur können sie große Mengen Wasser aufnehmen und dieses langsam wieder verdunsten lassen. Dabei wird der Umgebung Wärme entzogen, wodurch die Luft abgekühlt wird.

Um die Kühlleistung weiter zu verbessern, experimentieren die Forschenden mit unterschiedlichen Materialmischungen. Dem Ton werden unter anderem Pilzkulturen und Holzspäne beigemischt. Beim Brennvorgang entstehen dadurch feine Mikro- und Makroporen, die das Wasser besonders gut im Inneren der Keramikwürfel verteilen.

Erster Test verlief vielversprechend

Ein erster Praxistest auf dem Campus der TU Graz verlief vielversprechend. In unmittelbarer Nähe eines mit Wasser gefüllten Keramikwürfels sank die Temperatur um knapp sieben Grad Celsius. Auch nachhaltige Rohstoffe stehen im Fokus der Forschung. So prüfen die Wissenschaftler, ob künftig Schlamm aus dem Neusiedler See als Ausgangsmaterial verwendet werden kann. Dadurch könnten wertvolle Ressourcen geschont und bislang ungenutzte Sedimente sinnvoll weiterverwendet werden.

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