Digitale Alternative zum klassischen Makler
Immobilienverkäufer stehen häufig vor der Wahl: Entweder sie beauftragen einen Makler und zahlen dafür hohe Provisionen oder sie vermarkten ihre Immobilie selbst und übernehmen sämtliche organisatorischen Aufgaben. Das Wiener PropTech-Startup IMOTO will diese Lücke schließen und präsentiert sich als digitale Alternative zum klassischen Maklergeschäft.
Gründer Tomi Tokic, der über rund 15 Jahre Erfahrung in der Immobilienbranche verfügt, sieht einen Wandel bei den Bedürfnissen von Eigentümern. "Viele Verkäufer wollen die Kontrolle über den Verkaufsprozess behalten und gleichzeitig hohe Provisionen vermeiden", erklärt er.
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Exposé in zehn Minuten
Die Plattform setzt dabei auf automatisierte Prozesse. Verkäufer geben die wichtigsten Daten ihrer Immobilie ein und laden Fotos hoch. Anschließend erstellt IMOTO innerhalb von zehn Minuten ein professionelles Exposé. Darüber hinaus übernimmt die Plattform die Verwaltung von Anfragen, die Terminorganisation für Besichtigungen sowie das Sammeln von Kaufangeboten. Nach der Annahme eines Kaufanbots werden die für den Kaufvertrag erforderlichen Unterlagen automatisch an Anwälte oder Vertragserrichter weitergeleitet. Eigentümer bleiben dabei laut Unternehmen jederzeit zentrale Ansprechpartner und behalten die Entscheidungsgewalt.
Bestellerprinzip erstmals beim Verkauf
Ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells ist die Übertragung des Bestellerprinzips auf den Immobilienverkauf. Während dieses Prinzip in Österreich seit 2023 bei Vermietungen gilt, setzt IMOTO es nun auch bei Kauftransaktionen um.
Für Käufer ist die Nutzung der Plattform kostenlos. Verkäufer zahlen lediglich eine Erfolgsprovision von einem Prozent des Kaufpreises zuzüglich Umsatzsteuer. Vorabgebühren oder laufende Kosten fallen laut Unternehmen nicht an.
"Warum soll der Käufer Provision zahlen, wenn doch der Verkäufer verkauft?", sagt Tokic und kritisiert damit die bisher übliche Praxis am Markt.
Preisband statt unrealistischer Bewertungen
Bei der Wertermittlung setzt IMOTO auf sogenannte Preisbänder statt auf fixe Verkaufspreise. Diese sollen eine realistische Orientierung bieten und Faktoren wie Lage, Zustand und aktuelle Marktentwicklung berücksichtigen.
Gleichzeitig fördert die Plattform den direkten Austausch zwischen Käufern und Verkäufern. Eigentümer könnten Fragen zu ihrer Immobilie aus erster Hand beantworten, während Kaufinteressenten unmittelbaren Zugang zu relevanten Informationen erhalten.
Wachstum durch Digitalisierung
IMOTO wurde 2012 als klassisches Immobilienunternehmen gegründet und hat sich 2026 als digitale Plattform neu positioniert. Das Wiener Unternehmen sieht sich als Vorreiter bei der Digitalisierung von Verkaufsprozessen und verfolgt das Ziel, Immobilientransaktionen in Österreich einfacher, transparenter und kostengünstiger zu gestalten.
Ob digitale Plattformen klassische Makler tatsächlich in größerem Umfang ersetzen können, wird der Markt zeigen. Mit automatisierten Abläufen, niedrigen Kosten und direkter Kommunikation setzt IMOTO jedenfalls auf ein Modell, das etablierte Strukturen herausfordert.
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