Pleite-Knaller
Austro-Milliardär mit Batteriekonzern vor Aus
Die Batterie-Krise bei Varta erreicht ihren traurigen Höhepunkt. Der einstige Vorzeige-Konzern hat am Freitag offiziell Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Jetzt bahnt sich die Zerschlagung an – und ein heimischer Milliardär greift nach den wertvollsten Stücken.
Der frühere österreichische Mehrheitseigentümer – Austro-Milliardär Michael Tojner (60) – ist noch zu 50 Prozent beteiligt. Der Varta-Konzern wurde 1887 gegründet und beschäftigt rund 3.200 Mitarbeiter. Geschäftszahlen veröffentlichte das Unternehmen zuletzt im Jahr 2024. Damals erzielte Varta einen Umsatz von rund 793 Mio. Euro und einen Verlust von 64,5 Mio. Euro.
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Kein Geld mehr
Das Amtsgericht Stuttgart bestätigte den Eingang von gleich vier Insolvenzanträgen des angeschlagenen Konzerns. Laut Reuters war der Auslöser für den Antrag das Ausbleiben von frischem Kapital.
Tojner und Porsche sowie Bank-Gläubiger
Die bisherigen Eigentümer – Sportwagen-Gigant Porsche und der österreichische Unternehmer Michael Tojner – sollen sich geweigert haben, auch nur einen Cent nachzuschießen. Apple ist als Top-Kunde abgesprungen.
- Die mächtigen Gläubiger (angeführt von der Deutschen Bank und mehreren Hedgefonds) wollen sich das lukrative Geschäft mit Haushaltsbatterien unter den Nagel reißen.
- Milliardär Tojner hat offenbar nicht vor, seine Finger ganz aus dem Spiel zu lassen. Wie aus Finanzkreisen verlautet, hat der Österreicher bereits Interesse an der Sparte für Mikrobatterien angemeldet. Konkret geht es um die Produktion von Knopfzellen für Hörgeräte – ein hochprofitables Nischengeschäft, das Tojner offenbar für sich allein haben will.
In Wien will Tojner mit Hochhaus hoch hinaus
Michael Tojner ist auf Platz 8 der reichsten Österreicher mit einem Vermögen von 1,2 Milliarden Dollar laut Forbes-Magazin.
Tojner erwarb Varta 2007 und brachte das Unternehmen 2017 an die Frankfurter Börse. Viele Aktionäre wurden bei der – gescheiterten – Varta-Sanierung ab 2024 aus dem Unternehmen gedrängt.
Tojner ist auch Immo-Tycoon und will am Wiener Heumarkt, wo das Hotel Intercontinental steht, ein viel höheres Hochhaus bauen. Erst vor wenigen Tagen entschied der Verwaltungsgerichtshof: Das Projekt braucht eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Die UNESCO könnte Wiens Zentrum wegen des Baus aus dem Weltkulturerbe streichen.
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