Wirtschaft

Investitionen in Österreich stark gesunken

Blaue mobile Duschcontainer stehen an einer Baustelle in der Lorenz-Mandl-Gasse in Wien.
© APA/MAX HERBST
Die Nettoinvestitionen in Österreich sin dseit 2008 um 60 % eingebrochen. Der Vormarsch der chinesischen Maschinenbauer trifft Deutschland und Österreich hart.
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Österreichs Wirtschaft benötigt nach Ansicht von McKinsey-Beraterin Anna Kortis deutlich höhere Nettoinvestitionen, um im globalen Wettbewerb besser mithalten zu können. "Bei der Nettoinvestitionsquote läge Österreichs Bedarf bei 3 bis 4 Prozent und damit deutlich über dem aktuellen Niveau von 2 Prozent", sagte Kortis im APA-Gespräch. Die Nettoinvestitionen seien seit der Finanzkrise 2008 hierzulande um rund 60 Prozent eingebrochen.

Ersparnisse, aber zu wenig Investitionen

Als Vorbild für Österreich verwies die Beraterin auf Skandinavien. In Dänemark lagen die Nettoinvestitionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (Nettoinvestitionsquote) zuletzt bei 4,7 Prozent und in Schweden bei 6 Prozent. Nettoinvestitionen sind die Differenz zwischen Bruttoinvestitionen und Abschreibungen. Sind die Nettoinvestitionen positiv, wurde mehr investiert als abgenutzt.

In Deutschland lag die Nettoinvestitionsquote laut der Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey zuletzt bei 0 Prozent, in Frankreich, Italien und Spanien waren es 2 Prozent. "Europa hat mit etwa 35 Billionen Euro die höchsten Ersparnisse der Welt, investiert aber weniger in Projekte und Unternehmen", sagte die McKinsey-Partnerin.

Kortis hat kürzlich mit anderen Beratern im Rahmen des McKinsey Global Institute einen 163-seitigen Bericht zu Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen veröffentlicht. Österreich verfüge über einen der höchsten Bestände an Maschinen- und Ausrüstungsgütern, Infrastruktur, Gebäuden und Forschungsvermögen pro Arbeitskraft in Europa, geht aus der Studie hervor. Gleichzeitig würden neue Investitionsvorhaben in Österreich aber "unter Druck geraten", weil hohe Bau-, Arbeits- und Energiekosten die Wettbewerbsfähigkeit schmälern. "Wo Unternehmen heute investieren, entscheidet darüber, wo morgen produziert und wertgeschöpft wird", schreiben die Studienautoren.

Kostengünstige Fahrzeug- und Medikamentenproduktion in China

Viele Industriebetriebe in Europa spüren die Konkurrenz aus China immer stärker. "Ähnlich wie Deutschland hatte Österreich sehr lange erfolgreiche Industrien. Deswegen trifft Österreich der sogenannte zweite China-Schock, unter anderem mit dem Vormarsch der chinesischen Maschinenbauer, besonders hart", so die McKinsey-Beraterin. In vielen Industrien in Europa und den USA seien "die Kosten rund 50 Prozent höher als in China", bei der Entwicklung von Fahrzeugen oder Medikamenten vergrößere "sich der Abstand bis auf das Drei- bis Fünffache".

Für Industriestaaten wird es laut Kortis auch "entscheidend sein, bei Künstlicher Intelligenz und Robotik schneller zu werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben". Länder mit dynamischeren Arbeitsmärkten, etwa die USA oder Skandinavien, könnten auf diese Veränderungen "meist schneller reagieren".

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