Neue Details
Leipzig-Drohne sollte Munitions-Flieger sprengen
Dies berichteten die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Donnerstag unter Berufung auf einen vertraulichen Polizeibericht. Die Drohne befand sich demnach in der Nähe von Frachtmaschinen einer ukrainischen Fluggesellschaft. Eines der Antonow-Frachtflugzeuge sei mit militärischer Munition beladen gewesen.
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Diese sei offenbar kurz zuvor aus Frankreich nach Leipzig transportiert worden und wohl für den Weitertransport vorgesehen gewesen. Mitarbeiter des Flughafens hätten die Drohne nach Erkenntnissen der Ermittler am späten Dienstagabend bemerkt, als sie zwischen zwei Maschinen der ukrainischen Gesellschaft Antonov Airlines schwebte, berichteten diese Medien weiter. Nach einem Kontakt mit einem Mitarbeiter habe das Fluggerät am Boden gelegen. An der Drohne sei ein faustgroßes Paket mit hochexplosivem Sprengstoff befestigt gewesen.
Semtex im Spiel
Nach dpa-Informationen ist inzwischen bestätigt, dass für den Sprengsatz, mit dem die Drohne bestückt war, auch Semtex verwendet wurde. Der Plastiksprengstoff wird bei kommerziellen Sprengungen eingesetzt. Semtex gelangte während es Kalten Kriegs mehrmals in die Hände von Terroristen - so wurde der Sprengstoff beim Lockerbie-Bombenanschlag auf ein Verkehrsflugzeug über Schottland im Dezember 1988 verwendet.
Generalstaatsanwaltschaft: Höchste Priorität
"Das Ermittlungsverfahren und die polizeilichen Maßnahmen werden mit höchster Priorität geführt und dauern an", teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft mit. Weitere Auskünfte würden derzeit nicht erteilt. Offen blieb auch, ob die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernimmt. Diese ist unter anderem bei Terrorismus und Spionage zuständig.
Beim Bundesamt für Verfassungsschutz beschäftigt sich eine Sondereinheit mit dem Vorfall, wie ein Sprecher mitteilte. "Das Bundesamt für Verfassungsschutz, das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei und die Landessicherheitsbehörden stimmen sich aktuell im gemeinsamen Zentrum zur Abwehr Hybrider Bedrohungen (GAZ-Hybrid) ab und analysieren den Sachverhalt gemeinsam", hieß es.
Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Mittwoch von einer "neuen Gefahrenqualität" gesprochen. Wer für den mutmaßlichen Anschlagsversuch verantwortlich ist, ist unklar.
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