Tierliebe statt Gans

Martinigansl Saison startet: Diesmal ganz ohne Gans

Nahaufnahme einer weißen Gans, die mit dem Kopf auf Stroh liegt.
© ANINOVA
Außen knusprig und innen zart, dazu Rotkraut, Kartoffeln oder Serviettenknödel: Ist das das berühmte Martinigansl?
Nein. Aber es schmeckt so.
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Das beliebte Wiener Restaurant Velani bietet eine vegane Variante des traditionellen Festessens an. Denn Gänse sind liebenswerte Lebewesen, die viele lieber wohlauf auf Wiesen und in Gewässern sehen, als auf ihren Tellern.

Wenn die Martinigansl-Saison beginnt

Schon Wochen vor dem Martinstag am 11. November landet Gänsebraten mit klassischen Beilagen auf den Speisekarten. Doch während das Gericht für viele ein kulinarischer Höhepunkt der Saison ist, bleibt oft unbeachtet, unter welchen Bedingungen die Tiere aufgezogen werden.

Gänse für die Fleischproduktion werden in Mastbetrieben gehalten, teilweise in großen Anlagen mit vielen Tieren. Wie viel Platz ihnen zur Verfügung steht, ob sie ins Freie können und ob sie ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben können, hängt von den jeweiligen Haltungsbedingungen ab. Besonders problematisch sind Haltungssysteme, in denen die Tiere sich nur eingeschränkt bewegen können. Auch in der EU ist die Käfighaltung von Enten und Gänsen immer noch erlaubt – insbesondere im Zusammenhang mit der Produktion von Foie gras – der berühmten Stopfleber, kommen solche Systeme vor.

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Aufdeckungen vom Verein ANINOVA zeigen übliche Mastbetriebe in Deutschland. Das schnelle Wachstum, das ihnen angezüchtet wurde, führt zu erheblichen Missständen. Gänse liegen zappelnd am Boden und können nicht mehr aufstehen. Oft werden sie nicht rechtszeitig medizinisch versorgt oder notgetötet und verdursten qualvoll.
Das Gefieder der Gänse ist verdreckt und struppig, da sie keinen Zugang zu Wasser haben, das sie für die Gefiederpflege bräuchten.
Ihre natürliche Lebensweise können sie hier nicht ausleben.

Dabei sind Gänse soziale und intelligente Tiere.

Doch in der Industrie werden sie für ihre Federn, Eier oder ihr Fleisch gehalten. Sie sind soziale Vögel, die enge Beziehungen zu ihren Artgenossen aufbauen. Bei vielen Gänsearten bleiben Paare über lange Zeit zusammen. Die Eltern kümmern sich gemeinsam um ihre Gössel, die Jungtiere, und führen sie durch ihre Umgebung.

Gänse kommunizieren mit unterschiedlichen Lauten, beobachten aufmerksam, was um sie herum geschieht, und können vertraute Artgenossen wiedererkennen. Sie verbringen viel Zeit mit der Nahrungssuche, grasen, erkunden ihre Umgebung und pflegen ihr Gefieder. Wasser ist dabei besonders wichtig: Es dient nicht nur zum Trinken, sondern ermöglicht auch das Baden und unterstützt die Gefiederpflege.

Wer diese Tiere beobachtet, erkennt schnell, wie vielfältig ihr Verhalten ist. Umso wichtiger sind Haltungsbedingungen, die ihnen genügend Platz, Beschäftigung und Möglichkeiten für natürliche Verhaltensweisen bieten.

Martinigansl ohne Gans

Wer die Tradition genießen möchte, ohne dafür Gänse zu essen, muss nicht auf ein festliches Essen verzichten. Das Wiener Restaurant Velani setzt auf rein pflanzliche Küche und interpretiert österreichische Klassiker vegan. Damit zeigt es, dass sich vertraute Gerichte auch ohne tierische Zutaten auf den Tisch bringen lassen.

Mit Rotkraut, Knödeln und einer knusprigen pflanzlichen Alternative kann das Martinigansl-Essen seinen festlichen Charakter behalten – ganz ohne Gans auf dem Teller. Auch Restaurants in anderen Bundesländern bieten pflanzliche Versionen des traditionellen Gerichts an. Für alle, die Tiere lieber lebendig erleben möchten, ist das eine Möglichkeit, Tradition und Tierliebe miteinander zu verbinden.

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