Streit bei Porsche SE:

Millionen für "Geister-Manager"

Bis 2030 soll der Manager bei Porsche SE noch weiter Millionen erhalten.
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Er ist weg – und kassiert trotzdem weiter: Lutz Meschke sitzt seit Dezember 2025 nicht mehr im Vorstand der Porsche SE. Sein Vertrag läuft trotzdem bis Mitte 2030. Fixgehalt, Bonus, Altersvorsorge: alles bleibt für den "Geister-Manager". Aktionärsvertreter Christian Strenger zieht deshalb vor Gericht.
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Erst im August 2024 verlängert die Familienholding den Vertrag für Lutz Meschke um fünf Jahre. Im Februar 2025 fliegt Meschke dann aber als Finanzvorstand der Porsche AG raus – nach mehr als zehn Jahren. Abfindung: 11,6 Millionen Euro. Im Dezember ist auch bei der Porsche SE Schluss. Der Posten Beteiligungsmanagement wird gestrichen, Chef Hans Dieter Pötsch übernimmt. Nur: Der Dienstvertrag von Meschke wird nicht beendet. Er läuft weiter. Offiziell gibt es keine Abfindung. Dafür weiter ein volles Gehalt fürs Nichtstun.

Im April 2025, wenige Monate vor dem Aus, hebt der Aufsichtsrat das Festgehalt von 600.000 auf 850.000 Euro. Der Zielbonus steigt von 500.000 auf 750.000 Euro. Begründung der Holding: Meschke könne sich nach dem AG-Abgang nun voll der SE widmen. Tut er das? Nein. Ab Dezember 2025 erbringt er laut Aktionärsvertreter Christian Strenger "außer Stillschweigen nichts mehr". Trotzdem wird für 2026 bis 2030 eine Zielerreichung von 145 Prozent festgeschrieben – mehr als in den Jahren, in denen er noch aktiv war (135 und 143 Prozent). Die Porsche SE hat dafür 9,1 Millionen Euro zurückgestellt, berichtet dazu aktuell das Handelsblatt. Zusammen mit der AG-Abfindung kommt Meschke auf etwa 21 Millionen Euro.

Zwei Jahresgehälter üblich

Aktionärsvertreter Christian Strenger zieht deshalb nun vor Gericht, die Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage liegt dem Handelsblatt vor. "Mehr als 20 Millionen für einen ausscheidenden Doppel-Vorstand – in dieser Dimension ein unschönes Novum", kritisiert Strenger.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt bei vorzeitigem Ausscheiden höchstens zwei Jahresgehälter. Der Kodex ist nicht bindend. Die Holding erklärt vorsorglich eine Abweichung: Weil der Vertrag weiterläuft, sei es formal keine Abfindung. Strenger kontert: Das sei ein bezahltes Nichtstun plus Schweigepflicht.

Wolfgang Porsche ließ zu den Hintergründen der Vertragsverlängerung Stillschweigen vereinbaren. Für Kleinaktionäre bleibt der Eindruck: Die Kurse sacken, der Ex-Vorstand kassiert aber bis 2030 – und das Gericht muss nun klären, ob dieser Deal noch gute Unternehmensführung ist oder nur eine teure unternehmerische Geisterfahrt.

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