Nahost

Neue Gefechte zwischen Israel und Hisbollah

Zerstörte Gebäude und Trümmer mit einer israelischen Flagge auf einem Haus im Südlibanon.
© EPA
Zwei Tage nach der israelisch-libanesischen Einigung auf ein Rahmenabkommen über eine Friedenslösung haben Israels Armee und die pro-iranische Hisbollah-Miliz die gegenseitigen Angriffe fortgesetzt.
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Israels Streitkräfte meldeten am Sonntag Angriffe in der sogenannten Sicherheitszone im Südlibanon. Ein israelischer Soldat wurde nach Armee-Angaben bei Kämpfen mit der Hisbollah getötet. Die pro-iranische Miliz lehnt das am Freitag unterzeichnete Rahmenabkommen vehement ab.

Dieses würde zu einem "internen Konflikt" im Libanon führen, warnte die Hisbollah. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA teilte am Sonntag mit, ein israelisches Kampfflugzeug habe die Außenbezirke der Städte Deir Seryan und Taybeh angegriffen. Die israelische Armee gab an, Hisbollah-Kämpfer in der Nähe der von ihr selbst ausgerufenen "Sicherheitszone" ins Visier genommen zu haben, die etwa zehn Kilometer weit in den Libanon hineinreicht.

Kurz zuvor hatte die Armee erklärte, einer ihrer Soldaten sei am Sonntag "bei Kämpfen" mit der Hisbollah im Süden des Libanon getötet worden. Ein weiterer israelischer Soldat sei leicht verletzt worden. Damit wurden seit Anfang März, als die Hisbollah den Libanon mit ihren Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen hatte, 38 israelische Soldaten getötet.

Israelischer Soldat getötet

Der 21-jährige israelische Soldat wurde den Armee-Angaben zufolge getötet, als Soldaten nach dem Betreten eines verdächtigen Gebäudes im Gebiet von Deir Seryan im Südlibanon auf einen "Terroristen der Hisbollah" stießen. Daraufhin "begannen die Soldaten mit der Suche nach dem Terroristen und griffen Ziele in der Umgebung an", teilte ein Armeevertreter mit. Später erklärte die Armee, der "Terrorist" sei "aufgespürt und eliminiert worden". Israels Militärchef Eyal Samir kündigte indes Pläne für "weitere Einsätze in der Sicherheitszone im Einklang mit dem Waffenruheabkommen" an.

Bereits am Samstag hatte Israels Armee einen Angriff in der Region von Nabatiyeh gemeldet, der sich gegen "mutmaßliche Terroristen" gerichtet habe. Das Gesundheitsministerium in Beirut teilte mit, mindestens ein Mensch sei bei diesem Angriff getötet worden.

Der Libanon und Israel befinden sich seit 1948 im Kriegszustand. In dem unter Vermittlung der USA ausgehandelten und am Freitag in Washington unterzeichneten Rahmenabkommen erklärten die Nachbarländer "ihre Absicht, den Konflikt endgültig zu beenden, die ihm zugrunde liegenden Ursachen anzugehen und damit jeden Kriegszustand zwischen ihnen formell zu beenden".

Entwaffnung der Hisbollah-Miliz angestrebt

Laut der Vereinbarung wird die Entwaffnung der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz angestrebt. Dies gilt als Voraussetzung für den schrittweisen Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon. Die im Libanon mächtige Hisbollah war an den Verhandlungen über das Abkommen jedoch nicht beteiligt.

Hisbollah-Chef Naim Qassem bezeichnete die Vereinbarung am Samstag als "schweren Fehler". Die Miliz betrachte das Rahmenabkommen als "null und nichtig".

In der Nacht zuvor hatten Anhänger der Miliz in Beirut gegen das Rahmenabkommen protestiert. Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah warnte die Regierung in Beirut am Sonntag vor einem "internen Konflikt" im Libanon im Fall einer Umsetzung des Abkommens.

Netanyahu: "Historisches Abkommen"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu pries das Abkommen dagegen als "historisch" für sein Land. Die Übereinkunft sei "ein Schlag gegen den Iran und die Hisbollah", sagte er am Samstag in einer Fernsehansprache.

Netanyahu bekräftigte zudem, dass die israelischen Streitkräfte in der "Sicherheitszone" im Süden des Libanon bleiben würden, bis "die Hisbollah und der Rest der Terrorgruppen entwaffnet" seien. Sowohl die USA als auch der Libanon hätten "Israels Recht anerkannt, eine Sicherheitszone im Libanon aufrechtzuerhalten, solange dies zur Gewährleistung unserer Sicherheit erforderlich ist", sagte der israelische Regierungschef.

Dem Iran und der von ihm finanzierten Hisbollah sind die direkten Friedensgespräche zwischen dem Libanon und Israel ein Dorn im Auge. Teheran besteht darauf, dass über ein Ende des Libanon-Konflikts auf der Grundlage des Mitte Juni von den USA und dem Iran unterzeichneten Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Krieges verhandelt wird. Dieses Rahmenabkommen zielt auf eine Einstellung der Kämpfe in der gesamten Region einschließlich des Libanon ab.

Iran fordert Rückzug Israels aus dem Libanon

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums pochte am Sonntag erneut auf einen Rückzug Israels aus dem Libanon. Dies sei "eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen einer endgültigen und dauerhaften Vereinbarung" mit den USA.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Baqer Qalibaf betonte in einem Telefonat mit seinem libanesischen Kollegen Nabih Berri, Ziel des Iran sei es, "den Krieg im Libanon zu beenden, die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimat zu ermöglichen, die Besatzung zu beenden und den Rückzug des zionistischen Regimes aus dem libanesischen Hoheitsgebiet zu erreichen". Dieses Ziel verfolge Teheran "mit Nachdruck".

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