Polizei-Einsatz

Österreichischer IS-Anhänger in der Türkei erschossen

Mitglied der Terrororganisation IS (Symbolbild)
© Symbolbild
Ein 20-jähriger IS-Anhänger aus Österreich wurde in Istanbul nach einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Zuvor war der Extremist trotz Verurteilung und Deradikalisierungsprogramm geflohen.
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Wien/Istanbul. Ein 20-jähriger österreichisch-türkischer Doppelstaatsbürger wurde am Donnerstag in Istanbul im Zuge eines Polizeieinsatzes gegen den Islamischen Staat (IS) erschossen. Wie das Innenministerium (BMI) berichtet, soll der Mann das Feuer auf die türkischen Beamtinnen und Beamten eröffnet haben. Die türkischen Behörden verdächtigten ihn, in Verbindung mit der Terrororganisation zu stehen und einen Anschlag in der Türkei zu planen.

Lange Vorgeschichte in Österreich

Der Radikalisierungsprozess und die IS-Sympathien des 20-Jährigen beschäftigten die heimischen Behörden bereits seit 2025. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) hatte in Zusammenarbeit mit dem Wiener Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) eindeutige Hinweise darauf, dass der Mann nach Ägypten reisen wollte, um sich der Terror-Miliz anzuschließen. Im Mai 2025 folgte die erste Festnahme, die ihn bis November in Untersuchungshaft brachte.

Verurteilung und illegale Flucht

Nach seiner Freilassung unter Auflagen kam der Extremist im März 2026 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien erneut in Gewahrsam. Die DSN hatte festgestellt, dass er sich trotz eines aufrechten Waffenverbots für Waffenkäufe interessierte. Ende Mai 2026 wurde er wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen sowie kriminellen Organisation und Verstößen gegen das Waffengesetz verurteilt. Durch die Anrechnung der Untersuchungshaft durfte er unter Auflagen gehen. Dazu zählten Meldepflichten bei den Sicherheitsbehörden und die Teilnahme an einem Deradikalisierungsprogramm des Vereins DERAD, welches er schon seit November 2025 besuchte.

Tödlicher Ausgang in Istanbul

Anstatt sich an die Auflagen zu halten, reiste der Mann im Juli 2026 widerrechtlich in die Türkei aus. Dort klickten dank der Kooperation mit österreichischen Sicherheitsbehörden zunächst die Handschellen, die türkische Justiz entließ ihn jedoch unter Auflagen wieder auf freien Fuß. Bei der anschließenden Amtshandlung rund um den IS am vergangenen Donnerstag eskalierte die Situation, als der Terrorverdächtige das Feuer eröffnete und beim Schusswechsel durch die türkische Polizei getötet wurde. In Österreich war nach seiner Flucht eine Festnahmeanordnung in Kraft getreten, zudem lief bereits ein Verfahren zur Aberkennung seiner österreichischen Staatsbürgerschaft.

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