Auf der Zeitenliste sieht alles bestens aus, doch im Cockpit von Max Verstappen herrscht dicke Luft. Der vierfache Formel-1-Weltmeister belegte am Freitag in beiden Trainings zum Großen Preis von São Paulo den dritten Platz. Zufrieden war der Niederländer trotzdem nicht. Besonders die Gangwechsel seines Red Bull brachten ihn auf die Palme.
"Inakzeptabel, Mann. Inakzeptabel, diese Gangwechsel. Was zum Teufel!", schimpfte Verstappen bereits im ersten Training über den Boxenfunk.
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Auch die Lenkung macht Probleme
Die Gangwechsel waren nicht der einzige Kritikpunkt. Verstappen beklagte auch, dass sich die Lenkung seines RB22 zunehmend schwerer bedienen ließ.
Red Bull konnte die Auffälligkeit nach Angaben von Motorsport.com auch in den Fahrzeugdaten erkennen. Bei einem Boxenstopp nahm Verstappen die zusätzliche Kraftanstrengung mit Humor: "Das ist ein richtiges Workout mit dieser Lenkung!"
Besonders problematisch können die Gangwechsel beim Anbremsen werden. Arbeitet das Getriebe beim Herunterschalten nicht wie gewünscht, kann das Heck unruhig werden. Gerade auf dem kurvenreichen Kurs von Interlagos kostet fehlendes Vertrauen ins Auto wertvolle Zeit.
Verstappen erklärt seine Wutausbrüche
Nach dem Training erklärte der 29-Jährige, weshalb er seinem Team immer wieder derart deutliche Ansagen macht.
"Ich bin nie zufrieden", stellte Verstappen klar. Er suche ständig nach Möglichkeiten, das Auto weiter zu verbessern und zusätzliche Rundenzeit herauszuholen.
Was für Außenstehende wie ständiges Jammern klinge, solle seine Mannschaft dazu bringen, auch auf kleinste Details zu achten. Verstappen sieht seine Kritik deshalb vor allem als Ansporn für die Ingenieure.
Jetzt macht er sogar Witze über sein Auto
Auch im zweiten Training kam das Thema Gangwechsel erneut auf. Renningenieur Tom Hart erklärte seinem Fahrer, dass sich die Situation langsam bessere.
Verstappen reagierte mit einer ungewöhnlichen Frage: "Soll ich selbst mit der Antriebseinheit sprechen?"
Als Hart versicherte, das Problem sollte inzwischen geringer geworden sein, setzte Verstappen noch einen drauf: "Oh, Kupplung! Schalte jetzt, sonst wirst du bestraft!"
Die Stimmung am Funk hatte sich damit deutlich entspannt. Sportlich blieb Verstappen im Spitzenfeld. Im zweiten Training fehlten ihm als Drittem nur 0,259 Sekunden auf Mercedes-Pilot Kimi Antonelli.
Red Bull hat noch Arbeit vor sich
Neben den technischen Schwierigkeiten gab es für Verstappen immerhin eine positive Entwicklung. Die zuletzt problematische Funkverbindung funktioniert nach seiner Einschätzung wieder deutlich besser.
Schon in Mexiko hatte Red Bull Änderungen ausprobiert. In São Paulo konnte das Team seinen Fahrer nach dessen Angaben wieder klar verstehen.
Am Samstag im Qualifying (18 Uhr MEZ) muss Red Bull allerdings beweisen, dass auch die Probleme mit den Gangwechseln und der Lenkung ausreichend behoben sind.
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