Geschichte
Polizei bezieht endlich umgebautes Hitler-Geburtshaus
Der Umbau des Hitler-Geburtshauses in Braunau ist abgeschlossen. Künftig soll das Gebäude die Exekutive beherbergen, am 22. Juli wird das neue Polizeizentrum Braunau offiziell eröffnet. Mit der Umgestaltung und den neuen Bewohnern hofft man, das Gebäude als braune Pilgerstätte unattraktiv zu machen. Dem Umbau war eine jahrelange Diskussion um eine angemessene Nutzung vorausgegangen.
Der schimmelverfärbte gelbe Verputz ist einem sauberen Weiß gewichen, die Fensterbögen sind von schlichten rechteckigen Formen abgelöst worden. Das Architekturbüro Marte Marte Architekten Feldkirch hat sich bei der Gestaltung daran orientiert, wie das Haus im 17. Jahrhundert ausgesehen haben dürfte. Über dem Eingang prangt bereits ein Polizeilogo. Etwas abseits davon steht nach wie vor der bekannte Gedenkstein mit der Aufschrift "Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen" vor dem Gebäude mit der Adresse Salzburger Vorstadt 15.
Jahrzehntelang hatte man versucht, dem Haus eine neue Nutzung zu geben. In den 1970ern war die HTL Braunau eingemietet, danach bis 2011 die Lebenshilfe Oberösterreich. Seit diese ausgezogen ist, stand das desolate Gebäude leer. Mit der damaligen Eigentümerin wurde keine Einigung über eine angemessene Nutzung erzielt, sie wurde schließlich enteignet. Eine Expertenkommission sprach sich für eine sozial-karitative oder behördlich-administrative Nutzung aus. Denn ein Museum berge die Gefahr, auf bestimmte Gruppen Anziehungskraft auszuüben, ein Abriss würde die Geschichte eher leugnen, befanden die Mitglieder.
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