Spionage in Wien

Putins Hacker stecken hinter Angriff auf Ministerium

Person mit Kapuzenpulli arbeitet an Laptop mit Code auf mehreren Bildschirmen in dunklem Raum.
© Getty Images
Jetzt ist es bestätigt: Hinter dem Cyber-Angriff auf das österreichische Außenministerium im Jahr 2020 steckte die russische Hacker-Gruppe "Turla".
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Aus Protest gegen einen großen Cyber-Angriff auf das österreichische Außenamt im Jänner 2020 hat Österreich den russischen Botschafter einbestellt. Denn inzwischen wurde bestätigt: Hinter der Attacke steckte die russische Hacker-Gruppe "Turla". Das berichtet "Die Presse" online. Turla ist eine der bekanntesten Hackergruppen des russischen Inlandsnachrichtendienstes FSB.

Bei der damaligen Attacke standen die IT-Systeme des Ministeriums im Visier der Hacker. Interne Informationen mit Russland-Bezug seien abgesaugt worden. Erst nach mehreren Wochen konnten die Behörden die Attacke für beendet erklären.

Russischen Botschafter einbestellt

Österreich hat heute aus Protest gegen die massive Cyber-Attacke von 2020 den russischen Botschafter einbestellt.

Meinl-Reisinger: "Cyberangriffe sind inakzeptabel"

Man habe dem russischen Botschafter in Österreich klargemacht, dass Cyberangriffe auf Österreich "inakzeptabel" seien, betonte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS). "Cyberangriffe bedrohen unsere Sicherheit: Wenn Zahlungssysteme ausfallen, Bahnsysteme oder Krankenhäuser angegriffen werden, betrifft das jeden und jede Einzelne. Europa erlebt immer mehr solcher Attacken, und einer der Hauptakteure ist Russland", so Meinl-Reisinger weiter. "Auch Österreich ist betroffen. Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, woher die Bedrohung kommt. Deshalb verstecken wir uns nicht hinter diplomatischen Floskeln, sondern benennen die Verantwortlichen und reagieren."

Leichtfried: "Angriff auf unsere Souveränität"

Auch Jörg Leichtfried (SPÖ), Staatssekretär für Staatsschutz, verurteilte die russischen Cyberangriffe "aufs Schärfste". "Sie stellen einen Angriff auf unsere Souveränität dar, mit dem langfristigen Ziel, die öffentliche Meinung zu manipulieren und somit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu destabilisieren", so Leichtfried. "Unser Ziel ist klar: bestehende Gesetzeslücken zügig schließen, um Österreicherinnen und Österreicher sowie internationale Organisationen künftig effektiv zu schützen."

EU deckt Details über das russische Vorgehen auf

Die Europäische Union deckte weitreichende Details über das russische Vorgehen auf: Demnach wird die Hacker-Gruppe "Turla" direkt vom 16. Zentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB kontrolliert. Das FSB-Zentrum führe seit Jahren schwerwiegende Angriffe auf staatliche Netzwerke und kritische Infrastrukturen in der EU durch.

Neben Österreich wurden zahlreiche weitere Mitgliedsstaaten wie Deutschland, Frankreich, Polen, Zypern, die Slowakei, Rumänien, Finnland und die Niederlande zum Ziel der Spione.

In Frankreich infiltrierten die Hacker seit 2010 strategische Regierungsstellen und im Jahr 2025 auch die Verteidigungsindustrie.

In Deutschland wurden ebenfalls Regierungsstellen ins Visier genommen. In Polen verübten sie Sabotageaktionen gegen kritische Infrastrukturen wie Heizkraftwerke.

Konsequenzen nach Cyber-Attacke

Als Reaktion auf die russische Cyber-Attacke verhängt die Europäische Union nun restriktive Maßnahmen gegen die Verantwortlichen. Die EU-Sanktionen richten sich gegen insgesamt neun Personen und vier Einrichtungen. Betroffen sind unter anderem Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU sowie Cyberkriminelle, Hacktivisten und private Unternehmen. Diese Akteure sollen unter direkter Anweisung oder Kontrolle Russlands gehandelt und zu den Destabilisierungsversuchen in Europa beigetragen haben.

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