Leoben-Regisseurin

Sandra Wollner mit "Everytime" im Rennen für den Oscar

© Corbis via Getty Images
Deutschland schickt den deutsch-österreichischen Film "Everytime" der österreichischen Regisseurin Sandra Wollner ins Rennen um den Oscar als "Bester internationaler Film".
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Das gab German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, am Dienstag in München bekannt. Erst in der Vorwoche hatte der Streifen beim diesjährigen Sarajevo-Filmfestival den Hauptpreis gewonnen, das Herz von Sarajevo für den besten Spielfilm. Auch In Cannes war "Everytime" heuer erfolgreich.

An der französischen Cote d'Azur gewann der Film bei den diesjährigen Filmfestspielen den Hauptpreis in der prestigeträchtigen Nebenreihe Un Certain Regard. Es ist der dritte Spielfilm der 1983 in Leoben geborenen Wahl-Berlinerin Wollner nach "Das unmögliche Bild" und "The Trouble with Being Born".

"Everytime" erzählt feinfühlig von Trauer und Verlust und lässt in warmen Farben (Kamera: Gregory Oke) die Realität mit der Vergangenheit, Videoaufnahmen mit Erinnerungen verschmelzen. In dem Film geht es um Ella und ihre jüngere Tochter Melli, die ein Jahr nach dem plötzlichen Tod der älteren Tochter Jessie versuchen, ihren Alltag zu bewältigen. Die Trauer zeigt sich in kleinen Gesten, alten Nachrichten und Videoaufnahmen. Eine Reise nach Teneriffa mit Jessies Freund Lux bringt verdrängte Gefühle und Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Die Hauptrollen spielen Birgit Minichmayr, Carla Hüttermann und Tristán López.

Möglicherweise gehen drei deutsche Filme ins Rennen

Dieses Jahr ist es erstmals möglich, dass drei deutsche Produktionen ins Rennen um die oft "Auslands-Oscar" genannte Auszeichnung gehen. Das liegt an einer Regeländerung: Seit diesem Jahr sind Werke, die bei bestimmten Filmfestivals Hauptpreise gewonnen haben, automatisch für die Einreichung als "Bester internationaler Film" qualifiziert.

Dieses Jahr sind das "Gelbe Briefe" von İlker Çatak (Goldener Bär bei der Berlinale) und "Von Scham und Geld" von Visar Morina (World Cinema Grand Jury Prize beim Sundance Festival). Die Produktionsfirmen dieser hauptsächlich in Deutschland produzierten Filme müssen diese aber noch formal einreichen.

Ab sofort gilt nicht mehr das Produktionsland als nominiert

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Zusammen mit dem Film, den die unabhängige Jury aus den bei German Films eingereichten Filmen ausgewählt hat, könnten diese drei Filme auf die Shortlist für den "Besten internationalen Film" kommen, wenn eine Jury aus Academy-Mitgliedern diese auswählt. Diese Shortlist mit 15 Filmen wird am 15. Dezember veröffentlicht.

Aus der Shortlist werden die fünf Filme ausgewählt, die für einen Oscar nominiert werden. Diese werden am 21. Jänner bekanntgegeben. Die 99. Oscar-Verleihung findet dann am 14. März 2027 (Ortszeit, MEZ in der Nacht auf Montag), in Los Angeles statt.

Es gibt beim "Auslands-Oscar" eine wichtige Neuerung. Die Academy hat die Rolle der Filmschaffenden in der Kategorie stark aufgewertet. Ab sofort gilt der Film selbst als der offizielle Nominierte und nicht mehr das jeweilige Land. Den Oscar nimmt der Regisseur oder die Regisseurin stellvertretend für das gesamte kreative Team entgegen.

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