20. Jubiläum
Sommernachtsgala: Grafenegger Erfolgsgeschichte geht weiter
Mit der traditionellen Sommernachtsgala am Wolkenturm ist am Freitagabend die 20. Open-Air-Saison in Grafenegg eröffnet worden. Die amerikanische Sopranistin Angel Blue, der aus der Ukraine stammende Tenor Bogdan Volkov, die österreichische Cellistin Julia Hagen sowie das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter der Leitung seines Chefdirigenten Fabien Gabel sorgten für einen bunten Strauß aus vorwiegend bekannten Melodien.
Punktgenau zum Einsatz zu Otto Nicolais Ouvertüre zu "Die lustigen Weiber von Windsor" setzte auch der Regen ein. Das Publikum ließ sich's nicht verdrießen, war aber doch für einige Zeit mit dem Öffnen des zur Verfügung gestellten Regenschutzes beschäftigt. Das gehört zum Open-Air eben dazu.
Ausgezeichnetes Residenz-Orchester
Die solistischen Darbietungen waren mehr als überzeugend: Volkov bewies seine Klasse unter anderem bei der Lenski-Arie aus "Eugen Onegin" und Rossinis "La Danza", seine lyrische Tenorstimme verbindet sich mit beeindruckendem Gestaltungsvermögen. Angel Blue punktete mit schönem Sopran und Bühnenpräsenz bei Hits wie "Vissi d'arte" oder "O mio babbino caro", auch wenn "I could have danced all night" aus den Publikumsreihen heraus akustisch etwas verwirrend geriet. Und Hagen legte Schmelz in den "Schwan"-Ohrwurm von Saint-Saëns und zeigte enorme Virtuosität bei Tschaikowskys "Pezzo capriccioso".
Die Tonkünstler bewährten sich einmal mehr als ausgezeichnetes Residenz-Orchester in Grafenegg. Gabel ist ein souveräner Dirigent, der sein Augenmerk auf Präzision wie auch fein schimmernde Klanglichkeit legt, wie in "La Tregenda" aus Puccinis "Le Villi", beim Intermezzo aus Umberto Giordanos "Fedora" und bei "Pas des écharpes" der französischen Komponistin Cécile Chaminade.
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