In Abgrund gestoßen

Spektakuläre Wende nach Tod von Mango-Milliardär

Ein älterer Mann im Anzug steht vor einer Mango-Fotowand und lächelt in die Kamera.
© Getty Images
Jonathan Andic steht unter Verdacht, seinen Vater in den Tod gestoßen zu haben.
OE24 auf Google bevorzugen

Im mysteriösen Todesfall des Mango-Gründers Isak Andic gibt es eine überraschende Entwicklung. Während die Ermittler zunächst von einem tragischen Wanderunfall ausgegangen waren, könnte nun ausgerechnet eine Familientherapie eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Polizisten führen einen Mann mit Handschellen und gesenktem Kopf aus einem Gebäude.
© AFP

Wie die spanische Zeitung La Vanguardia berichtet, hat eine Dolmetscherin, die zeitweise für die Familientherapeutin der Familie tätig war, bei der Polizei ausgesagt. Ihren Angaben zufolge soll die gemeinsame Wanderung von Isak Andic und seinem Sohn Jonathan Teil einer therapeutischen Übung gewesen sein. Die Therapeutin habe demnach bewusst eine Route im Montserrat-Gebirge ausgewählt, um Vater und Sohn in eine besonders emotionale Ausnahmesituation zu bringen. Eine Woche vor dem Unglück habe sie den Weg gemeinsam mit Jonathan bereits erkundet.

Eine Frau in weißem Blazer, blauer Hose und Sonnenbrille läuft auf einem Gehweg.
© EPA

Laut der Zeugin soll sogar vorgeschlagen worden sein, dass Jonathan sich während des Gesprächs mit seinem Vater an den Rand eines steilen Abgrunds stellt, um die Belastung der Situation zu verstärken. Aus Angst, selbst ins Visier der Ermittlungen zu geraten, wandte sich die Dolmetscherin schließlich an die Polizei und übergab den Behörden nach eigenen Angaben Chatverläufe sowie Sprachnachrichten aus der Kommunikation mit der Therapeutin.

150 Meter in den Tod

Isak Andic war am 14. Dezember 2024 während einer Wanderung im Montserrat-Gebirge rund 150 Meter in die Tiefe gestürzt und dabei ums Leben gekommen. Die Ermittlungen nahmen Monate später eine dramatische Wendung: Sein Sohn Jonathan Andic geriet unter Verdacht, den Unternehmer vorsätzlich über die Klippe gestoßen zu haben. Er weist die Anschuldigungen entschieden zurück.

Die neuen Aussagen könnten den Fall nun in ein anderes Licht rücken. Die Ermittler prüfen, welchen Einfluss die geplante Therapiesitzung auf die Ereignisse hatte und ob sie bei der Rekonstruktion des tödlichen Vorfalls eine entscheidende Rolle spielt. Jonathan Andic war bereits im Mai festgenommen worden, kam jedoch gegen eine Kaution von einer Million Euro wieder auf freien Fuß. Seither darf er Spanien nicht verlassen und muss sich regelmäßig bei den Behörden melden.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden