Toter Häftling

Strafvollzug: Kommission zeigt systemische Mängel auf

Frau mit grauen Haaren und Brille spricht, Mann im Anzug sitzt unscharf daneben.
© APA/HANS KLAUS TECHT
Eine von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) nach dem Tod eines Häftlings der Justizanstalt (JA) Hirtenberg eingesetzte Untersuchungskommission hat systemische Mängel im Umgang mit psychisch beeinträchtigten Personen im Strafvollzug nachgewiesen.
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Es gebe "erheblichen Reformbedarf", sagte Wolfgang Gratz, der Leiter der Kommission, am Montag bei der Präsentation des 180 Seiten umfassenden Untersuchungsberichts. Die Haftbedingungen bedürften "einer markanten Verbesserung."

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Gratz billigte im Rahmen einer Pressekonferenz im Justizministerium dem Strafvollzug und insbesondere den sogenannten forensisch-therapeutischen Zentren (FTZ) zu, dass der Überbelag in den Justizanstalten und personelle Engpässe im Exekutiv- und bei den Fachdiensten schwierige Rahmenbedingungen schafft. Bezogen auf den konkreten Anlassfall wäre jedoch der Tod des Häftlings in Hirtenberg "mit erheblicher Wahrscheinlichkeit" zu verhindern gewesen, wären Empfehlungen der internen Revision und der Volksanwaltschaft in der Vergangenheit aufgegriffen und früher umgesetzt worden, bemerkte Gratz.

78 Empfehlungen enthält der Bericht der fünfköpfigen Kommission. Justizministerin Sporrer kündigte an, der Bericht werde umgehend einer Analyse unterzogen. Danach soll eine "Gesamtstrategie" entwickelt werden, um den Ist-Zustand raschest möglich zu verbessern. Ein "Weiterwurschteln wie bisher" werde es nicht mehr geben.

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