"Tabubruch"

Österreichisches Regierungs-Mitglied legt sich mit Trump an

Zwei Männer im Anzug lächeln und zeigen den Daumen hoch vor einer weißen Wand mit Kranzmotiv.
© Getty Images
Trump soll bei der FIFA nach einer roten Karte angerufen haben. Die Sperre gegen US-Stürmer Balogun wurde aufgehoben. Jetzt äußert sich Österreichs Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt zu Trump.
OE24 auf Google bevorzugen

Dieser in der jüngeren WM-Geschichte beispiellose Vorgang ist jetzt schon ein Politikum - und hat das Zeug, für Konsequenzen weit über den Fall Folarin Balogun hinaus zu sorgen. US-Präsident Donald Trump hat bei FIFA-Chef Gianni Infantino angerufen, um sich für eine Aussetzung der Rot-Sperre von Balogun für das WM-Achtelfinale gegen Belgien in Seattle einzusetzen. Jetzt darf Balogun spielen, hat stattdessen eine "einjährige Probezeit". Dies berichteten "The Athletic" und die Nachrichtenagenturen AFP und AP.

In Österreich meldet sich Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ)  zur ausgesetzten Sperre des US-Stürmers Balogun: „Dass der US-Präsident ernsthaft versucht, in das Spielgeschehen einer Fußball-WM einzugreifen, ist schon für sich gesehen absurd. Dass er damit aber auch noch Erfolg hat, ist ein unglaublicher Tabubruch. Regeln müssen für alle gelten, und das Spiel muss auf dem Rasen entschieden werden und nicht im Oval Office. Wo soll das enden?"

"So kann es nicht weitergehen"

Eine Frau im Anzug mit grünem Ausweisband steht im Freien, im Hintergrund eine zweite Person.
Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt © GEPA pictures

Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) führt weiter aus: "Wo soll das enden? Ruft dann Emmanuel Macron an, um eine Rote Karte für Kylian Mbappé aufheben zu lassen? Dann brauchen wir gar nicht mehr spielen. Wenn das so weiter geht, wird aus der Fußball-WM eine durchgescriptete Reality-Show, wo schon vor Spielbeginn feststeht, wer wie viel Tore schießt."

"Es ist jedenfalls hoch an der Zeit, dass der europäische Fußball sich auf die Hinterfüße stellt und für eine integre Führung der FIFA sorgt. So kann es nicht weitergehen!"

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden