"Beleidigung"
Trump-Eklat: Italien-Minister platzt der Kragen
Der italienische Außenminister und stellvertretende Ministerpräsident Antonio Tajani hat die scharfen Attacken von US-Präsident Donald Trump auf Italien als "unverständliche Beleidigung" bezeichnet und über mögliche Hintergründe spekuliert. "Das ist unverständlich, vielleicht ist es ein Ablenkungsmanöver. Wir mussten darauf reagieren", sagte Tajani gegenüber dem TV-Sender Rete 4 am Montagabend.
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"Wir verdienen Respekt und haben entsprechend geantwortet. Italien stellt zudem die meisten Soldaten in NATO-Missionen weltweit, auch zur Verteidigung des Westens. Wir sind ein vorbildliches Land und erhöhen außerdem unsere Ausgaben für die NATO", sagte der Außenminister, der in der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auch den Posten des Vizepremiers innehat.
Tajani sagte Reise nach Miami ab
Der Minister erklärte, er habe eine geplante Reise nach Miami abgesagt, um auf die Äußerungen mit einer "entschlossenen Antwort" zu reagieren. Die Beleidigung habe sich nicht nur gegen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, sondern gegen ganz Italien gerichtet. "Trump hat weder mit Wladimir Putin noch mit anderen Politikern auf diese Weise gesprochen, wie er es gegenüber Meloni getan hat", sagte Tajani.
Kurz vor einem Besuch von NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Washington hatte Trump mehreren europäischen Verbündeten erneut mangelnde Unterstützung vorgeworfen. Er nannte dabei Großbritannien, Deutschland und Italien. "Wir haben sie gebeten zu kommen, und sie waren nicht für uns da", sagte Trump.
Italiens Ministerpräsidentin Meloni betonte laut Regierungskreisen bei einer Kabinettsitzung am Montagnachmittag, dass der Schlagabtausch mit Trump die Beziehungen der italienischen Regierung zu den Vereinigten Staaten nicht beeinträchtigen dürfe. Zugleich rief Meloni ihre Minister auf, am 2. Juli am Empfang der US-Botschaft in Rom zum amerikanischen Unabhängigkeitstag teilzunehmen. Meloni begründete dies auch mit der bisher sehr positiven Zusammenarbeit mit dem US-Botschafter in Italien, Tilman Fertitta.
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