Do., 2 Uhr

US-Boys vor Bosnien gewarnt

Zwei jubelnde Fußballspieler aus den Teams USA und Bosnien im beleuchteten Stadion.
© Getty
Die Mannschaft der USA will in der Knockout-Phase der Fußball-WM weit kommen und trifft als haushoher Favorit am Donnerstag (2 Uhr MESZ/live ORF 1) in Santa Clara auf Bosnien-Herzegowina.
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Doch die Bosnier wollen der Party-Schreck sein und den Heim-WM-Lauf des US-Teams im Sechzehntelfinale beenden, bevor er so richtig begonnen hat. Dementsprechend zeigte sich US-Kapitän Tim Ream am Montag vor Journalisten gewarnt: "Das ist ein schwierig zu spielendes Team."

Bosnien, das sich als Gruppendritter für die K.o.-Phase qualifizierte, sei "nicht ohne Grund im Turnier", sagte Ream. Man werde die Bosnier nicht auf die leichte Schulter nehmen, nicht zuletzt, weil das Team vom Balkan in der WM-Qualifikation den vierfachen Weltmeister Italien eliminiert habe. "Sie haben in der Qualifikation ein bisschen Probleme meistern müssen (Bosnien wurde Gruppenzweiter hinter Österreich und musste ins Play-off, Anm.), um hierher zu kommen, und sie sind ein wirklich hartes Team. Am Ende des Tages wird es an uns liegen."

Dass die US-Amerikaner nicht unschlagbar sind, bewiesen die Türken im letzten, für die USA allerdings bereits bedeutungslosen Gruppenspiel mit einem 3:2-Sieg. Gewissenhafte Vorbereitung lautet nun die Devise, umso mehr, als die US-Boys nicht genau wissen, was auf sie zukommt. "Ich weiß nicht, ob wir mit Bosnien wirklich nur defensiv eingestellt rechnen sollten. Wir müssen das Unerwartete erwarten", betonte Ream. Die Hoffnung der Amerikaner liegt auch darin, zum vierten Mal in einem WM-Match hintereinander in Führung zu gehen und so das Heimpublikum in Atlanta entsprechend anzuheizen. Das soll mit einer Offensiv-Formation gelingen, die von Christian Pulisic und Folarin Balogun angeführt wird.

Bosnische Drachen hoffen auf Kapitän Dzeko

Die Drachen aus Bosnien-Herzegowina hoffen auf ihren ältesten Spieler und Kapitän, den 40-jährigen Goalgetter Edin Dzeko, dem im Sturm der physisch starke Ermedin Demirovic und Nachwuchs-Flügel Kerim Alajbegovic, in der abgelaufenen Saison bei RB Salzburg engagiert, zur Seite stehen sollen. Gut möglich ist, dass im Laufe des Spiels auch der ehemalige Austria- und Lustenau-Goalgetter Haris Tabakovic zu sehen sein wird. Der bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag stehende Stürmer war zuletzt angeschlagen, sollte aber langsam wieder fit sein.

Dazu setzen die Bosnier auf ihren Torhüter Nikola Vasilj, der schon in der Qualifikation eine wichtige Rolle nicht zuletzt bei Elferschießen gespielt hat. US-Kapitän Ream sagte dementsprechend, man habe im Training speziell auf Standardsituationen und Elfmeter Augenmerk gelegt. "Wir haben viel Arbeit ins Elfmeterschießen gesteckt. Ich möchte darauf nicht weiter eingehen", meinte Ream lachend.

Ungewollte US-Motivation für Bosnien

Bosnien-Herzegowina hat bereits viel erreicht: Allein schon die zweite Teilnahme an einer Weltmeisterschaft nach 2014 war als kleines Wunder gefeiert worden. Mit dem erstmaligen Überstehen der Gruppenphase hat die Mannschaft bereits nationale Sport-Geschichte geschrieben. "Wir sind als komplette Underdogs gekommen. Wir wollten etwas Großartiges schaffen und das haben wir geschafft", sagte Teamchef Sergej Barbarez.

Doch jetzt wollen die Bosnier mehr: das Achtelfinale. "Für uns ist das alles ein Bonus. Aber klar: Unser Ziel ist es, das Spiel zu gewinnen. Und ich glaube, wir sind selbstbewusst genug, um das zu schaffen", verkündete der Trainer, der einst ein gefürchteter Torjäger in der deutschen Bundesliga war.

Dass es den Drachen nicht an Motivation fehlen wird, dafür sorgte auch US-Reporterin Abigail Velez vom Lokalsender ABC7 mit einem verbalen Foul: "Eine Sache zu Bosnien: Ich könnte nicht einmal auf einer Karte zeigen, wo es liegt. Ich habe keine Ahnung von Bosnien und will es auch gar nicht wissen. Denn Team USA ist zurück und besser denn je. Macht euch bereit, Bosnien, denn ihr wollt es zwar nicht - aber ihr werdet es kriegen!" Nach heftiger Kritik in sozialen Medien entschuldigte sich Velez. Das bosnische Team will aber mit Sicherheit auch sportlich antworten.

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