Übernahme

Verhandlungen erfolgreich: Skigebiet gerettet

© Karkogel
Raiffeisen Salzburg übernimmt das kleine, insolvente Salzburger Skigebiet.
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Das kleine, insolvente Salzburger Skigebiet Karkogel in Abtenau (Tennengau) ist offenbar vor dem endgültigen Aus gerettet. Mit der Übernahme der Bergbahnen durch Raiffeisen Salzburg inklusive notwendiger Investitionen eröffne sich nun die Chance auf eine langfristig stabile Entwicklung des Standorts, informierte Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) am Dienstag in einer Aussendung.

Um das Skigebiet doch noch zu retten, wurde in den vergangenen Tagen intensiv mit einem Grundbesitzer verhandelt. Entscheidend für den heute erzielten Durchbruch sei gewesen, dass alle Beteiligten bereit gewesen seien, Verantwortung zu übernehmen, erläuterte Svazek, die sich eigenen Angaben zufolge selbst in die Gespräche eingebracht hat. "Es brauchte Geduld, persönliche Gespräche und die Bereitschaft aller Seiten, Vertrauen wieder aufzubauen, sowie einen geregelten Betrieb für die Zukunft festzulegen. Dass das gelungen ist, ist für die Region die entscheidende Nachricht."

Sanierungsplan wurde Mitte Juni zurückgezogen

Noch am 17. Juni berichteten Kredit- und Gläubigerschutzverbände, dass bei der Tagsatzung im Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Salzburg der Sanierungsplan über die "Abtenauer Bergbahnen Gesellschaft m.b.H." zurückgezogen worden ist. Das Insolvenzverfahren werde nun als Konkursverfahren weitergeführt, hieß es.

Medienberichten zufolge hatte für die Übernahme durch Raiffeisen die Unterschrift des Grundeigentümers gefehlt. Wegen angeblich unüberbrückbarer Differenzen mit bisherigen Verantwortlichen und Eigentümern soll er einer vorzeitigen Verlängerung des Pachtvertrags mit der Liftgesellschaft bis zum Jahr 2045 bisher nicht zugestimmt haben.

Die Schließung des Unternehmens war Mitte Juni beantragt und auch gerichtlich bewilligt worden. Damals informierten Gläubigerschutzverbände, dass bisher 56 Gläubiger inklusive 16 Dienstnehmern Ansprüche von rund 6,29 Millionen Euro zum Verfahren angemeldet haben, wovon aktuell Insolvenzforderungen von rund 4,47 Mio. Euro als anerkannt gelten. Forderungen im Ausmaß von rund 1,82 Millionen Euro seien hingegen bestritten. Der Sanierungsplan war im Zuge des Verfahrens verbessert worden. Darüber hätte am 17. Juni abgestimmt werden sollen, mit einer 20-prozentigen Quote zahlbar binnen 14 Tagen ab Rechtskraft der gerichtlichen Bestätigung des Sanierungsplans, auszuschütten durch den Masseverwalter. Es kam zu keiner Abstimmung, da der angebotene Sanierungsplan in der Tagsatzung zurückgezogen wurde.

Die 1962 gegründete Gesellschaft hat eine Kabinenbahn und vier Schlepplifte betrieben. An den Bergbahnen sind insgesamt 46 Gesellschafter beteiligt. Mit Abstand größte Eigentümer sind die Marktgemeinde Abtenau (58,4 Prozent) und der Tourismusverband Abtenau (31,3 Prozent). Als Ursache für die Insolvenz nannten die Bergbahnen Verzögerungen und unerwartete Kostensteigerungen bei der Errichtung eines "betriebsnotwendigen" Speicherteiches. Dazu habe es Streitigkeiten mit der Baufirma gegeben. Bereits in den vergangenen drei Jahren hätten ausbleibende Besucherzahlen und wetterbedingte Umsatzeinbußen zu einer wirtschaftlich schwierigen Situation geführt.

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