Post, OMV, Telekom

Neuer ÖBAG-Chef gesucht: 750.000 Euro brutto

Eine ältere Frau mit grauen Haaren lächelt in einem blauen Blazer und sitzt an einem Tisch.
© APA/HANS KLAUS TECHT
Die Bewerbungsfrist für den die Spitze der Staatsholding ÖBAG endet am Montag. Die Entscheidung über den Spitzenposten wird bis Anfang Oktober erwartet. Gehalt: Bis zu einer dreiviertel Million Euro jährlich.
OE24 auf Google bevorzugen

Bei der anstehenden Bestellung einer neuen Alleinvorständin oder eines neuen Alleinvorstandes der Staatsholding ÖBAG (Österreichische Beteiligungs AG) wird es nun spannend. Die Bewerbungsfrist endet am Montag. Gesucht wird per 1. Februar ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Edith Hlawati, die sich in die Pension verabschiedet.

Das Grundgehalt der ÖBAG-Alleinvorständin Edith Hlawati lag zuletzt bei 585.000 Euro brutto pro Jahr. Inklusive möglicher Boni und Erfolgsprämien (bis zu 25 Prozent) kann sich das Gesamtehenvolumen auf bis zu 750.000 Euro brutto jährlich belaufen.

Schmid zog zurück, es kamen Catasta, dann Hlawati

Wirtschaftsanwältin Hlawati war bereits Beraterin des Managements der Staatsholding, bevor sie 2022 dort das Ruder übernahm, hatte massig Erfahrung als Aufsichtsrätin in vielen staatsnahen Unternehmen - ganz anders als ihr Vorgänger und frühere ÖVP-Mann Thomas Schmid, der 2021 skandalgebeutelt bekannt gab, sich nicht neuerlich zu bewerben. Ihm war vorgeworfen worden, sich als Spitzenbeamter im Finanzministerium und Vertrauter des damaligen Kanzlers und ÖVP-Chefs Sebastian Kurz die Ausschreibung auf den Leib geschneidert zu haben. Auch gab es kompromittierende Chats. Das führte zu massivem öffentlichen Druck und Schmids Rückzug.

Thomas Schmid © FOTOKERSCHI.AT/FLORIAN REISINGER

Christine Catasta sprang interimistisch ein, bevor Hlawati übernahm. Hlawati führte die ÖBAG ab Februar 2022 wieder aus den politischen Schlagzeilen und in sachliche Fahrwasser. Ihr Vertrag wurde 2024 verlängert bzw. sah ihr Vertrag eine Dauer von drei plus zwei Jahren vor. Da keine der beiden Seiten die Zusammenarbeit nach drei Jahren beendete, lief der Vertrag zwei Jahre weiter und endet im Februar 2027.

Die ÖBAG verwaltet die staatlichen Anteile an für Österreich besonders bedeutenden Unternehmen wie der OMV, Post, Telekom Austria oder auch Casinos und BIG. Verwaltet werden ebenso die Anteile des Versorgers Verbund.

Berater, Shortlist, Gespräche mit Nominierungskomitee, Entscheidung

Politisch zuständig ist Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Die Entscheidung liegt aktienrechtlich aber beim ÖBAG-Aufsichtsrat bzw. dessen Nominierungskomitee. Es herrscht bereits heftiges Namedropping. Die ÖBAG kommentiert all diese Namen freilich nicht.

Nach Ende der Bewerbungsfrist am Montag befasst sich das Nominierungskomitee mit der Sache, ein Personalberater sichtet die Bewerbungen und erstellt eine Shortlist. Dann führt das Nominierungskomitee Gespräche mit den Kandidatinnen und Kandidaten auf der Shortlist. Ende September oder Anfang Oktober sollte dann eine Entscheidung über die Besetzung des wichtigen Postens fallen.

Es geht um die Umsetzung einer neuen Strategie mit Fokus auf kosteneffiziente Energieversorgung, Ausbau kritischer Infrastruktur und Stärkung der wirtschaftlichen Souveränität.

Über eine Milliarde Dividende für Republik

Die Republik Österreich erhält von der ÖBAG für das Jahr 2025 Dividenden in Höhe von 1,577 Mrd. Euro, nach 1,26 Mrd. Euro im Jahr davor.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden